Region: Augsburg Stadt

Razzia in der Baubranche: Staatsanwaltschaft Augsburg durchsucht 100 Objekte wegen Verdachts auf Schwarzarbeit

Hunderte Mitarbeiter mehrerer Zollämter waren am Montag für eine Durchsuchungsaktion der Augsburger Staatsanwaltschaft im Einsatz.

870 Mitarbeiter der Finanzkontrolle Schwarzarbeit haben am Montag rund 100 Durchsuchungs- und Beschlagnahmungsbeschlüsse des Amtsgerichts Augsburg in ganz Deutschland vollzogen. Die Staatsanwaltschaft Augsburg ermittelt aktuell gegen 14 Beschuldigte aus der Baubranche wegen des Verdachts auf Veruntreuung von Sozialversicherungsbeiträgen "im besonders schweren Fall".

Im Einsatz während der Durchsuchungs- und Festnahmeaktion waren hunderte Mitarbeiter des Hauptzollamts Augsburg und weiterer Zollämter sowie zwei Augsburger Staatsanwälte. Drei Hauptbeschuldigte wurden am Montag aufgrund von Haftbefehlen des Amtsgerichts festgenommen. Sie stehen im Verdacht, gewerbs- und bandenmäßig Arbeiter aus anderen Ländern eingeschleust zu haben und deren Gehälter vorenthalten beziehungsweise veruntreut zu haben. Über fingierte Werkverträge mit Firmen aus dem Raum Serbien und Slowenien soll Personal rekrutiert worden sein, welches nach bisherigen Erkenntnissen bundesweit auf großen Bauvorhaben eingesetzt worden ist.

Das Amtsgericht Augsburg hat auch Arrestanordnungen über Vermögenswerte in Höhe von rund 8,2 Millionen Euro erlassen. Diese dienen zur Vorbereitung von Vermögensabschöpfungen bei den Beschuldigten. Insgesamt habe man im Zuge der Durchsuchungen bislang Bargeld in Höhe von knapp 300 000 Euro sichergestellt. Weitere Angaben zum Sachverhalt macht die Staatsanwaltschaft aktuell aufgrund der noch andauernden Ermittlungen nicht. (pm)

Kommentare

Anmelden um Kommentare zu schreiben
 


X