Region: Augsburg Stadt

Revision verworfen: Urteil gegen Kö-Schläger wegen Körperverletzung mit Todesfolge ist rechtskräftig

In der Nähe des Tatorts am Königsplatz zeigten 2019 zahlreiche Augsburger ihr Mitgefühl mit der Familie des 49-Jährigen.

Das Urteil gegen einen 17-Jährigen, der am 6. Dezember 2019 am Augsburger Königsplatz einen 49-Jährigen mit einem Faustschlag tödlich verletzt hatte, ist nun rechtskräftig. Es war im November 2020 nach zahlreichen Verhandlungstagen am Augsburger Landgericht gefallen und wurde nun auch vom Bundesgerichtshof als oberster Instanz bestätigt.

Der 17-Jährige hatte Revision gegen das Urteil des Schöffengerichts eingelegt, das ihn wegen Körperverletzung mit Todesfolge und schwerer Körperverletzung zu einer Jugendhaftstrafe von vier Jahren und sechs Monaten verurteilt hatte. Der Senat in Karlsruhe hat dieses Rechtsmittel des Angeklagten nun aber verworfen. Somit wird das Urteil rechtskräftig.

Der 17-Jährige war im sogenannten "Kö-Prozess" als Haupttäter angeklagt. zwei weitere Jugendliche, die den 51-jährigen Begleiter des 49-Jährigen verletzt beziehungsweise angegriffen hatten, erhielten lediglich Bewährungsstrafen.

Die Tat hatte am Nikolaustag 2019 in der Stadt für Bestürzung gesorgt. Auf dem Rückweg vom Weihnachtsmarkt geriet der 49-Jährige damals in eine Auseinandersetzung mit der Gruppe von Jugendlichen. Der 17-Jährige schlug ihm daraufhin so unvermittelt und stark gegen das Kinn, dass durch die Rotation des Kopfes die Hirngrundschlagader des Opfers riss. Jede Rettung kam für den Verletzten zu spät.

In seiner Urteilsbegründung im November zeigte sich der Vorsitzende Richter Lenart Hoesch überzeugt, dass dem 17-Jährigen die möglichen Folgen eines solch kräftigen Schlag bewusst gewesen sein müssten und er deshalb den Tod des 49-Jährigen zumindest in Kauf genommen hatte. Dass er den Schlag ausgeführt hatte, hatte der Angeklagte bereits zu Beginn der Verhandlung zugegeben. Das Gericht hatte sich in seiner Entscheidungsfindung unter anderem stark auf Videoaufnahmen von der Tat gestützt, die die Überwachungskameras am Königsplatz aufgezeichnet hatten. (lat)

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