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Schüsse im Netto am Kö: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen 20-Jährigen

Während eines Einsatzes am Königsplatz im vergangenen Jahr ging ein 19-Jähriger mit einem Messer auf mehrere Polizisten los. Nun muss er sich vor Gericht verantworten (Symbolbild).

Die Staatsanwaltschaft hat gegen einen 20-jährigen Augsburger Anklage zum Landgericht Augsburg erhoben. Dieser soll nach einem Ladendiebstahl in einem Supermarkt am Königsplatz einen Brand gelegt und Polizisten mit einem Messer angegriffen haben. Nun werden ihm versuchter Totschlag, versuchte schwerer Brandstiftung, tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte, Körperverletzungsdelikte, Verstöße gegen das Waffengesetz und weitere Delikte vorgeworfen.

Der Angeschuldigte sei dringend verdächtig, am 19. Juni 2020 in den frühen Abendstunden in dem Discounter am Königsplatz zunächst einen Tetrapak Wein entwendet zu haben, heißt es von der Staatsanwaltschaft. Er soll ein Messer mitgeführt haben, um dies zur Verteidigung der Diebesbeute oder zur Vermeidung einer Festnahme einsetzen zu können. Als der 20-Jährige von einem Security Mitarbeiter daraufhin ins Büro des Discounters gebracht worden war, soll er einen der zur Anzeigenaufnahme herbeigerufenen Polizisten mit dem Messer bedroht haben, woraufhin er alleine im Büro eingesperrt wurde.

Polizei schoss mutmaßlichen Ladendieb an

In der Folge soll er Papier und weitere Gegenstände in dem Raum in Brand gesetzt haben. Als drei Polizeibeamte den Brand löschen und den Angeschuldigten festnehmen wollten, soll der Angeschuldigte aus dem Büro in den verrauchten Vorraum mit dem erhobenen Messer auf die Beamten zugegangen sein. Nachdem Versuche, den Angeschuldigten zu entwaffnen, gescheitert waren und er sich unbeeindruckt weiter den Beamten genähert haben soll, wurde der Angriff durch Schusswaffengebrauch gestoppt.

Zudem werden dem Angeschuldigten 14 weitere Taten, die seit Mitte März 2020 begangen worden sein sollen, zur Last gelegt. Hierbei handelt es sich insbesondere um Diebstahlstaten, Körperverletzungsdelikte, mehrfachen Angriff auf und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und einen Verstoß gegen das Waffengesetz. Der damals 19-Jährige, der durch den polizeilichen Schusswaffengebrauch schwer verletzt und notoperiert wurde, befindet sich seit 21. Juni 2020 in dieser Sache in Untersuchungshaft.

Der gesetzliche Strafrahmen beträgt für Totschlag Freiheitsstrafe von fünf bis zu fünfzehn Jahren, informiert die Staatsanwaltschaft. Bei Taten, die im Versuchsstadium bleiben, kann das Gericht einen geminderten Strafrahmen von zwei Jahren bis zu elf Jahren drei Monaten zu Grunde legen. Da der Angeschuldigte zur Tatzeit Heranwachsender im Sinne des Jugendgerichtsgesetzes war, wäre im Falle einer Verurteilung weiterhin zu prüfen, ob statt der Rechtsfolgen des Strafgesetzbuches Ahndungen nach dem Jugendgerichtsgesetz auszusprechen wären. Nach dem Jugendgerichtsgesetz wäre, soweit die gesetzlichen Voraussetzungen vorliegen, die Verhängung einer Jugendstrafe von 6 Monaten bis zu 10 Jahren möglich. Über die Eröffnung des Verfahrens wurde noch nicht entschieden und daher auch noch keine Termine zur Hauptverhandlung bestimmt. (pm)

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