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SUV drängt sich in Demozug: Polizei ermittelt nach Vorfall auf Augsburger Klimademo

Bei einer Fridays-for-Future-Demonstration in Augsburg ist ein Auto in den Bereich der Demonstration gefahren.

Nach der Demonstration von Fridays for Future in der vorvergangenen Woche berichten die Augsburger Klimaaktivisten nun von einem Vorfall mit einem Auto. Ein SUV soll sich demnach "gewaltsam" in die Fridays-for-Future-Demonstration gedrängt haben. Die Polizei bestätigt den Vorfall. Die Beamten ermitteln nun gegen einen 46-Jährigen. Vorwürfe der Aktivisten, die Demonstration sei "an mehreren Stellen" nicht ausreichend geschützt gewesen, weist das Polizeipräsidium zurück.

In Augsburg zogen am 23. September laut den Veranstaltern 1050 Menschen durch die Innenstadt um für Klimaschutz zu protestieren. Wie Fridays for Future Augsburg berichtet, habe auf Höhe der Ausfahrt des Parkhauses Ludwigstraße dann "ein SUV für Aufruhr in einem Abschnitt der Demonstration" gesorgt. "Der Fahrer drängte sich unvorhersehbar in die Demonstrierenden. Selbst als Ordner den unzulässigen Demoteilnehmer zum Anhalten aufforderten, rollte der weiter aus der Ausfahrt in die Menschenmenge", so die Aktivisten. Der Abschnitt der Demo sei in Panik geraten. Einige Teilnehmer hätten versucht, den Fahrer aufzuhalten, andere sich in Sicherheit zu bringen. Als ein Teilnehmer den SUV mittels eines Schlages auf die Motorhaube zum Stoppen habe bringen wollen, sei der Fahrer ausgestiegen, "zeigte sich aggressiv und ging körperlich gewaltsam auf Unbeteiligte los", heißt es weiter.

Wie die Polizei auf Nachfrage bestätigt, habe sich nach aktuellem Ermittlungsstand ein 46-Jähriger mit seinem Fahrzeug auf Höhe Ludwigstraße aus dem Parkhaus heraus in den fließenden Demonstrationszug getastet, "um nach einer kurzen Strecke wieder abzubiegen und weiterzufahren". Mindestens eine – bislang namentlich nicht näher bekannte – Person aus dem Demonstrationszug habe den Wagen gestoppt, "indem die Person mit den Händen auf die Motorhaube schlug", erklärt ein Polizeisprecher. Daraufhin sei der 46-Jährige ausgestiegen, um die Person zunächst zur Rede zu Stellen. Dabei sei es im weiteren Verlauf zu einer wechselseitigen Körperverletzung gekommen. Ein Ordner der Versammlung sei dazwischen gegangen. Dieser wurde laut Polizei von dem 46-Jährigen – zumindest fahrlässig – an der Hand verletzt.

Den Vorwurf der Fridays-for-Future-Ortsgruppe, die Polizei habe den Demonstrationszug "an mehreren Stellen" nicht ausreichend gesichert, lässt das Präsidium nicht gelten. "Bei der angesprochenen Versammlung war unter anderem eine geschlossene Einheit der Einsatzhundertschaft des Polizeipräsidiums Schwaben-Nord an den relevanten Bereichen der Versammlung präsent, um bei etwaigen Störungen eingreifen zu können. Als der beschriebene Vorfall der Polizei bekannt wurde, waren diese Einsatzkräfte auch schnellstmöglich am Einsatzort", betont die Polizei. Die relevanten Straßen und Kreuzungen seien bei der Versammlung durch Kräfte der Verkehrspolizei – wie gewohnt – gesperrt worden.

Der Sachverhalt sei nach dem Vorfall umgehend aufgenommen worden. Die Polizei ermittelt derzeit die genauen Umstände. Gegen den 46-jährigen Fahrer wird wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und vorsätzlicher Körperverletzung ermittelt. (jaf)

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