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Unfall oder versuchter Mord an Ehefrau? Staatsanwaltschaft klagt 49-Jährigen an

Nachdem das Auto des damals 48-Jährigen gegen den Baum geprallt war, wurden beide Insassen schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht. Am Wagen entstand ein Totalschaden.

Die Staatsanwaltschaft hat gegen einen 49-Jährigen Anklage wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung und vorsätzlichen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr erhoben. Der Mann soll im März dieses Jahres versucht haben, seine 35-jährige Ehefrau zu töten, indem er auf der B17 absichtlich einen Autounfall herbeiführte.

Nach 13 Jahre Ehe soll der 49-Jährige von seiner Ehefrau kurze Zeit vor der Tat erfahren haben, dass sie sich von ihm trennen wolle und die Scheidung einreiche. Daraufhin soll er beschlossen haben, seine Frau zu töten. Nach außen hin soll er suggeriert haben, die Trennung zu akzeptieren, weshalb die Geschädigte mit keinerlei Angriff seitens ihres Ehemanns rechnete, heißt es von der Staatsanwaltschaft.

Der Mann fuhr am 24. März gegen 6.25 Uhr mit seinem Auto auf der B17 von Augsburg kommend in Richtung Graben, um mit seiner auf dem Beifahrersitz sitzenden und sich in Sicherheit wiegenden Ehefrau zum gemeinsamen Arbeitsplatz zu gelangen. "Er ist dringend verdächtig, in Umsetzung seines Vorhabens das Fahrzeug zwischen den Anschlussstellen Inningen und Königsbrunn Nord von der linken der beiden Fahrspuren über die rechte Fahrspur und den Standstreifen in einem bestimmten Winkel direkt an einen Baum am rechten Straßenrand gelenkt zu haben, wobei er gezielt die Beifahrertür als Aufprallpunkt gewählt haben soll, um durch den gänzlich ungebremsten Anstoß sicher zu gehen, dass seine Ehefrau versterben werde", so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft.

Die 35-jährige Geschädigte überlebte den Aufprall, bei dem das Fahrzeug vollständig zerstört wurde, mit schweren Verletzungen. Der 49-Jährige befindet sich in der Justizvollzugsanstalt Augsburg in Untersuchungshaft.

Das Strafgesetzbuch sieht für Mord eine lebenslängliche Freiheitsstrafe vor, für gefährliche Körperverletzung eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren und für vorsätzlichen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr eine Freiheitsstrafe von einem bis zu zehn Jahren. Wenn eine Tat im Versuchsstadium bleibt, kann das Gericht einen milderen Strafrahmen zu Grunde legen. Bei versuchtem Mord wäre dann statt lebenslanger Freiheitsstrafe von Freiheitsstrafe von drei bis fünfzehn Jahren auszugehen. Über die Eröffnung des Verfahrens ist noch nicht entschieden und demnach sind auch noch keine Termine zur Hauptverhandlung festgesetzt. (pm)

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