Region: Augsburg Stadt

Zweifacher versuchter Totschlag: 27-Jähriger greift Bus- und Autofahrer mit Machete und Axt an

Zuerst schlug er mit einer Axt auf einen Bus und ein Auto ein, dann verletzte er einen 28-Jährigen mit einer Machete – im Univiertel lief ein Mann im März regelrecht Amok.

Mit Axt und Machete griff ein Mann in Augsburg im März Passanten an. Die Staatsanwaltschaft fordert nun den Aufenthalt in einer Entziehungsanstalt für den 27-jährigen Tatverdächtigen.

Die Augsburger Staatsanwaltschaft will einen 27-jährigen Studenten, dem vorgeworfen wird, Ende März mit einer Machete und einer Axt auf einen Busfahrer und eine Autofahrerin losgegangen zu sein, in einer Entziehungsanstalt unterbringen.

Der Beschuldigte soll, so die Staatsanwaltschaft, im Zustand der Schuldunfähigkeit am frühen Morgen des 31. März mit einer Machete und einer Axt bewaffnet einen Linienbus angehalten und sowohl mit der Axt als auch mit der Machete insgesamt mindestens sieben wuchtige Schläge gegen die Frontscheibe des Busses ausgeführt und einen Schaden von mehr als 8000 Euro verursacht haben. Dem Busfahrer gelang es jedoch, das Fahrzeug zurückzusetzen und an dem Beschuldigten vorbeizufahren.

Im Anschluss daran soll der Student eine Autofahrerin angehalten haben, indem er sich ihr in den Weg stellte. Nachdem er zunächst mit Axt und Machete auf den Frontbereich des Autos eingeschlagen habe, soll er die Seitenscheibe auf der Fahrerseite des Fahrzeugs zerschlagen haben, um auf die Fahrerin einzuschlagen, heißt es von der Staatsanwaltschaft. Der Mann habe die Frau töten wollen, so schätzt es die Staatsanwaltschaft ein. Das Vorhaben des Beschuldigten habe ein 28-jähriger Passant verhindert, der sich – so der Bericht – dem 27-Jährigen von hinten näherte, ihn umklammerte und vom Fahrzeug wegzog.

Zweifacher versuchter Totschlag, gefährliche Körperverletzung und Sachbeschädigung 

Bei der folgenden Auseinandersetzung soll es dem Beschuldigten aber gelungen sein, sich teilweise aus der Umklammerung zu lösen und dem Geschädigten mit der Machete einen wuchtigen Schlag gegen den Kopf zu versetzen, bevor es diesem wiederum gelang, den Beschuldigten zu entwaffnen und auf dem Boden zu fixieren. Der Geschädigte erlitt eine stark blutende Kopfverletzung. Dem 27-Jährigen werden zweifacher versuchter Totschlag, gefährliche Körperverletzung und Sachbeschädigung zur Last gelegt.

"Im Rahmen der Hauptverhandlung wird zu entscheiden sein, ob die von einem Sachverständigen angenommene drogenbedingte krankhafte seelische Störung dazu führt, dass im Hinblick auf die Drogenabhängigkeit die Gefahr für weitere erhebliche Taten besteht und zum Schutz der Allgemeinheit die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt anzuordnen ist", formuliert die Staatsanwaltschaft. Das Augsburger Landgericht habe Termine ab Mitte Oktober reserviert. (pm)

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