Region: Augsburg Stadt

700 Ausbildungsplätze sind noch unbesetzt

Mehr als 3200 neue Verträge wurden im schwäbischen Handwerk für das kommende Ausbildungsjahr geschlossen. Damit liege der Ausbildungsmarkt auf ähnlichem Niveau wie vor Corona.

Das Ausbildungsjahr 2021/2022 startet in den meisten schwäbischen Handwerksbetrieben am 1. September. Derzeit sind bei der Handwerkskammer für Schwaben (HWK) 3221 neue Verträge registriert. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 3,5 Prozent. Das vergangene Jahr sei für einen Vergleich allerdings nur bedingt geeignet, da wegen Corona eine absolute Sondersituation herrschte. Realistischer ist es laut HWK, die Zahlen des Jahres 2019 für die Bewertung des Marktes heranzuziehen. Hier ergibt sich ein geringes Minus von zwei Prozent. Doch bislang sind erst 75 Prozent der Verträge eingegangen und der Eintritt in die Ausbildung ist noch mindestens bis zum Ende des Jahres möglich. „Das ist für diese Krisenzeiten ein Topergebnis des schwäbischen Handwerks“, sagt Ulrich Wagner, Hauptgeschäftsführer der HWK Schwaben.

Durch den Wegfall von Ausbildungsmessen hat sich das Zusammenfinden von Jugendlichen und Ausbildungsbetrieben nach hinten verschoben. Deshalb sei es nach Ansicht der HWK auch jetzt noch sinnvoll, Praktika zu machen. "Gerade Jugendliche, die nach einem anstrengenden Schuljahr mit leeren Händen dastehen, haben hier noch Chancen." Die Handwerkskammer empfiehlt, direkt auf die Betriebe zuzugehen und nach einem Ausbildungsplatz zu fragen. Ebenso lohne sich der Blick in die Internetbörse der HWK Schwaben unter www.lehrstellenboerse-schwaben.de. Dort sind schwabenweit aktuell rund 700 Angebote für Ausbildungsplätze und Praktika eingetragen.

Heuer ist zudem die Zahl der Betriebe, die das erste Mal ausbilden, erneut deutlich gestiegen. „Dass Unternehmen in Krisenzeiten den Mut haben, in die Ausbildung einzusteigen, ist eine sehr große Leistung“, sagt Anette Göllner, Leiterin der Berufsausbildung bei der HWK Schwaben, die den Markt mit ihrem Beratungsteam seit Jahren genau beobachtet. Viele Firmen betreiben demnach eine weitsichtige Personalpolitik. Ebenso rückt inzwischen stärker ins Bewusstsein der Unternehmen, dass Mitte des nächsten Jahrzehnts die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen und ein großes Loch in die Stammbelegschaften reißen werden.

Gerade in der schwierigen Situation plädiert Göllner für ein bewährtes Instrument: „Unser oberstes Ziel muss es sein, möglichst viele Auszubildende für unsere Unternehmen zu finden, auch mit Mitteln, die seit Jahren nicht mehr erforderlich waren. Regionale Nachvermittlungsaktionen sind hier eine ausgezeichnete Möglichkeit, am besten gemeinsam mit allen einschlägigen Partnern.“ (pm)

Kommentare

Anmelden um Kommentare zu schreiben

 


X