Region: Augsburg Stadt

Alte Produktionshallen für neue Solarflächen

Zukunftsvision: Die Firma Walter plant auf ihrem "Technology Campus" neben der Anlage auf den früheren Fujitsu-Produktionshallen zudem zusätzliche Gebäude samt Solarflächen.

Für Neubauprojekte in Augsburg soll bald eine Solarpflicht gelten. So manches Unternehmen plant bereits jetzt mit Photovoltaik-Anlagen auf seinen Dächern. Die Firma Walter etwa möchte in diesem Jahr auf ihrem "Technology Campus" Solarflächen auf 34.000 Quadratmetern errichten.

Die neue Anlage soll in Kooperation mit der Bayernwerk AG entstehen. Der Immobilien-Konzern Walter und die Eon-Tochter Bayernwerk haben dafür die "TCA Sustainable Energy Solutions GmbH" gegründet. Ab März soll die Anlage mit einer Gesamtfläche von 34.000 Quadratmetern auf den Dächern der vier sogenannten „Schmetterlingshallen“ montiert werden. Die künftige Leistung der Solarzellen auf den früheren Fujitsu-Produktionshallen liege bei maximal 2,3 Megawatt, erklärt die Firma Walter. Damit könnten rechnerisch rund 1600 Haushalte mit Strom versorgt werden. Tatsächlich soll der Strom aber für die Belieferung der verschiedenen Nutzer des Campus auf dem 182.000 Quadratmeter großen Areal verwendet werden.

Um "eine dauerhafte und stabile Versorgung der verschiedenen Mieteinheiten mit Strom zu gewährleisten", habe TCA zusätzlich einen Batteriespeicher gekauft. Diese Anlage besitze eine Kapazität von einer Megawattstunde, also 1000 Kilowattstunden.

Durch das Projekt werde man "unabhängiger von den aktuellen Entwicklungen auf dem Energiemarkt", betont Jürgen Kolper, Vorstand der "Walter Beteiligungen und Immobilien AG". Das Augsburger Immobilienunternehmen entwickelt auf dem ehemalige Fujitsu-Gelände derzeit seinen "Technology Campus". Die Walter AG hatte das Areal im November 2020 gekauft, um Technologieunternehmen, Forschungseinrichtungen und Start-ups anzusiedeln. Die Unternehmen, die bei der Walter AG Räumlichkeiten mieten, sollen mit Energie aus regenerativen Quellen in einem eigenen Arealnetz versorgt werden.

Laut Bayernwerk-Geschäftsführer Franco Gola trage dazu auch "ein hocheffizientes Blockheizkraftwerk" bei, das auf dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung basiert.

Weitere "innovative Energiekonzepte und ein effektives Ressourcen-Management" sollen im Zuge des Forschungsprojekts "Ganzheitliches Energiekonzept am Technology Campus Augsburg" (GERTA) untersucht werden. Dieses Forschungsprojekt werde vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie mit einer Gesamtsumme von rund einer Million Euro gefördert. Untersucht werden unter anderem die Möglichkeiten für einen Austausch von Energie oder Wärme unter den einzelnen Mietern, um vorhandene Energie effektiver zu nutzen. (jaf)

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