Region: Augsburg Stadt

Containerbahnhof im Güterverkehrszentrum Augsburg: Betriebsstart für 2026 geplant

3D-Visualisierung des Containerbahnhofs im GVZ Region Augsburg

Der Containerbahnhof im Augsburger Stadtteil Oberhausen ist längst viel zu klein geworden. Abhilfe soll ein neuer Bahnhof schaffen, der auf dem Gelände des Güterverkehrszentrums Region Augsburg (GVZ) geplant ist. Jetzt hat die DB Netz AG einen Kaufvertrag für die 85.000 Quadratmeter Baugrund im GVZ mit der Entwicklungsgesellschaft für das GVZ der Städte Augsburg, Gersthofen und Neusäß unterschrieben. Der Weg für den Bau des Containerbahnhofs ist somit frei.

Das Güterverkehrszentrum Region Augsburg gibt es inzwischen seit mehr als 25 Jahren. Die drei beteiligten Städte Augsburg, Gersthofen und Neusäß haben damit die Idee einer Güterdrehscheibe verwirklicht, die über gute Verkehrsanbindungen verfügt, mit A 8, B 17 und B 2 im Straßennetz und dank der benachbarten Bahnstrecke eben auch auf der Schiene. Dieses Potenzial wurde bislang nicht ausgeschöpft, der Containerbahnhof soll das ändern.

"Wir freuen uns sehr über den Vertragsschluss mit der DB Netz AG. Das ist ein markanter Meilenstein auf dem Weg zum Containerbahnhof", kommentiert Augsburgs Oberbürgermeisterin Eva Weber die Entwicklung. Sie ist zugleich Verbandsvorsitzende. Die Region Augsburg komme ihrer Vision eines leistungsfähigen Güterverkehrszentrums immer näher, so Weber weiter.

Mit dem nun geschlossenen Vertrag geht das Grundstück westlich der Bahnlinie Augsburg – Nördlingen in den Besitz der DB Netz über und somit auch alle Rechte und Pflichten, wie das GVZ in einer Pressemitteilung informiert. "Aktuell finden auf dem Grundstück vorlaufende Maßnahmen zur Baufeldfreimachung statt", heißt es darin weiter. Mit Freigabe der Entwurfsplanung starte die europaweite Ausschreibung der Bauleistungen. Die Vergabe aller Gewerke soll bereits Ende 2023 abgeschlossen sein, geben sich die Partner optimistisch. Während die DB Netz AG als Bauherrin auftritt, ist als Betreiberin für den Containerbahnhof die "Deutsche Umschlaggesellschaft Schiene-Straße", kurz Duss, vorgesehen.

"Der Kaufvertrag wurde im Zeitplan der DB Netz AG geschlossen. Die meilensteinorientierte Planungssicherheit ist ein wichtiges Signal für alle Stakeholder und Unternehmen im Güterverkehrszentrum", sagt Ralf Schmidtmann, Geschäftsführer der GVZ-Entwicklungsmaßnahmen-GmbH.

Die Duss kümmert sich nach Fertigstellung um eine gewaltige Anlage für den kombinierten Verkehr: Diese umfasst vier Umschlaggleise von je rund 700 Meter Nutzlänge und zwei Portalkrane. Freilich gehören auch Umfahr- und Zugbildungsgleise sowie eine Kranbahn mit Abstell-, Fahr- und Ladespuren dazu. Der Betrieb startet nach aktuellen Planungen im Jahr 2026 mit 62.000 Ladeeinheiten pro Jahr und lässt sich laut Pressemitteilung auf 105.000 Ladeeinheiten erweitern. Zum Vergleich: Die Kapazität im aktuellen Containerbahnhof in Oberhausen liegt bei rund 22.000 Ladeeinheiten pro Jahr.

Somit ist auch klar, dass der neue Containerbahnhof eine Entlastung für die Straße mit sich bringen wird. Schließlich bedeutet jeder Container auf der Schiene weniger Laster auf den Autobahnen und Bundesstraßen.

"Nicht zuletzt dank der partnerschaftlichen Zusammenarbeit aller Projektbeteiligten intern und extern, haben wir diesen wichtigen Meilenstein erreicht. Unser Team freut sich außerordentlich über diesen Erfolg. Mit Herzblut werden wir dieses spannende Projekt zur Inbetriebnahme führen und somit einen wichtigen Beitrag zur klimapolitischen Verkehrswende leisten", erklärt Petra Lux, Projektleiterin der DB Netz AG. (mh)

Kommentare

Anmelden um Kommentare zu schreiben
 


X