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Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt baut neues Forschungszentrum im Augsburger Innovationspark

Das Institut für Test und Simulation für Gasturbinen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt bekommt ein neues Forschungszentrum im Augsburger Innovationspark.

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) errichtet im Augsburger Innovationspark ein neues Forschungszentrum. Auf einer Fläche von rund 2500 Quadratmetern werden Forschungsanlagen und Büroräume für das Institut für Test und Simulationen für Gasturbinen geschaffen. Die daraus gewonnenen Antriebslösungen sollen dabei helfen, Treibstoffverbrauch, Abgase sowie Lärm von Flugzeugen deutlich zu reduzieren.

Mit dem "Flightpath 2050" hat es sich Europa zum Ziel gesetzt, dass Flugzeugtriebwerke bis zum Jahr 2050 zwischen 75 und 90 Prozent weniger Kohlendioxid und Stickoxide ausstoßen sollen. Außerdem soll der wahrgenommene Fluglärm um 65 Prozent verringert werden. Darüber hinaus strebt die Luft- und Raumfahrtindustrie an, die Kosten sowie die Dauer für die Entwicklung neuer Flugzeuge zu halbieren.

„Mit dem Aufbau einer neuen Forschungsinfrastruktur verfolgen wir auch hier in Bayern unsere Vision vom emissionsfreien Fliegen", sagte Anke Kaysser-Pyzalla, Vorsitzende des DLR-Vorstands, im Zuge des Spatenstichs am Mittwoch.

In dem neuen Institutsgebäude sollen künftig Werkstoffe, Bauteile und ganze Triebwerke mithilfe des „Virtuellen Triebwerks“ geprüft und optimiert werden. Aktuell entwickeln die Forscher im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt numerische Methoden und Modelle. Damit lassen sich die komplexen Triebwerkskomponenten, Prozesse sowie Anforderungen digital abbilden.

Die Ergebnisse der Modell-Simulationen lassen sich dann in realen Versuchen maßstabsgetreu validieren. Zum Neubau gehört auch das sogenannte MTC-Prüfzentrum. "Weltweit zum ersten Mal wird das Institut damit in der Lage sein, mechanische, thermische und chemische Lasten (Abgas) bei Turbinenkomponenten gleichzeitig zu prüfen", teilt das DLR mit.

Das geplante Bauwerk umfasst ein viergeschossiges Bürogebäude einschließlich Labore sowie eine große Halle mit Infrastruktur für die Prüfstände und wird mit 15,3 Millionen Euro vom Freistaat Bayern gefördert. Die wissenschaftliche Ausstattung des Instituts wird zusätzlich mit weiteren 5,8 Millionen Euro vom Freistaat unterstützt. Bis Ende 2023 soll das neue Forschungszentrum fertiggestellt werden.

Das neue Forschungszentrum soll mit einer ökoeffizienten Energieversorgung ausgestattet werden. Dafür sind insgesamt sechs Brunnen auf dem Institutsgelände vorgesehen, um Erdwärme und -kälte zu gewinnen. Damit soll die Prozesskälte für die Prüfstände wie auch ein Großteil der Heizenergie ressourcenschonend, nachhaltig und kostengünstig bereitgestellt werden. (pm/pb)

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