Region: Augsburg Stadt

Entstehung von Krebs noch besser verstehen

Das Logo der Care4TuDoS Studie.

Die bayerischen Universitätsklinika forschen gemeinsam.

Die sechs bayerischen Universitätsklinika mit ihren dazugehörigen Universitäten: Augsburg, Erlangen, München (LMU und TU), Regensburg und Würzburg haben sich zu dem Bayerischen Zentrum für Krebsforschung (BZKF) zusammengeschlossen. Dadurch sind die Krebszentren – Comprehensive Cancer Centers (CCCs) – an den jeweiligen Standorten in Bayern besser vernetzt und es kann somit allen Krebspatientinnen und -patienten, besonders in ländlichen Regionen, Medizin auf dem neuesten Stand der Wissenschaft zur Verfügung gestellt werden.

Das Comprehensive Cancer Center Augsburg (CCCA) besteht aus allen Kliniken und Instituten am Standort, sowie zusätzlich aus Kliniken und Ärzten in der Umgebung von Augsburg, die im Bereich der Krebsmedizin angesiedelt sind. Am CCCA arbeiten Ärztinnen und Ärzte sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter anderem gemeinsam an Forschungsprojekten und klinischen Studien, um neue Erkenntnisse zu gewinnen und somit die Versorgung der Patientinnen und Patienten zu verbessern.

Patientinnen und Patienten, die an klinischen Studien teilnehmen ermöglichen es neue Therapiemöglichkeiten zu entwickeln oder bereits bekannte zu verbessern, sowie die Entstehung von Krebserkrankungen noch besser zu verstehen. Diese Personen leisten einen ganz persönlichen Beitrag zum Fortschritt in der Krebsforschung und erhalten dabei heute schon die Therapie von morgen.

Die Studie „Care 4 TuDoS“, die am BZKF-Standort Augsburg von PD Dr. med. Michaela Kuhlen geleitet wird, versucht die Entstehung von Krebs vor allem im familiären Kontext besser zu verstehen. Nach heutigem Wissen liegt bei rund 25 Prozent aller Krebspatientinnen und -patienten eine genetische Veranlagung vor, welche die Entstehung von Krebs begünstigt. Eine besondere Art der genetischen Veranlagung (Disposition), das sogenannte Tumor-Dispositions-Syndrom (TDS), kommt bei ungefähr 10 Prozent der Patientinnen und Patienten vor. Das TDS kann bei Familienmitgliedern zu verschiedenen Arten von Tumoren führen und gleichzeitig auch zu unterschiedlichen Zeitpunkten im Leben auftreten. In der „Care 4 TuDoS“ Studie werden krebskranke Patientinnen und Patienten molekulargenetisch charakterisiert und zusammen mit ihren Angehörigen auf das Vorliegen solch einer Veranlagung mittels Interviews und Erstellung von Stammbäumen untersucht. Ziele der Studie sind optimierte und individuelle Therapiemöglichkeiten, eine frühzeitige Diagnose von Tumoren, sowie auf lange Sicht Präventionsmaßnahmen zu etablieren, sowohl für bereits an Krebs Erkrankte als auch für Träger der genetischen Veranlagung innerhalb der Familie.

Um Personen, die von einer Krebserkrankung betroffen sind bestmöglich zu unterstützen, hat das BZKF hat das kostenfreie BürgerTelefonKrebs eingerichtet. Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörige können sich dort individuell zu allen Fragen bezüglich einer Krebserkrankung beraten lassen.

Eine weitere Augsburger Studie, die die Krebsbehandlung in Zukunft verändern wird, wird in der nächsten Ausgabe der „Staz“ am 18. Juni vorgestellt. (staz/pr)

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