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Existenzängste in der Tourismus-Branche: Jedem fünften Betrieb droht in der Corona-Krise das Aus

(Symbolbild) Laut einer IHK-Konjunkturumfrage fürchtet jeder fünfte Hotel- und Gastronomiebetrieb in Bayerisch-Schwaben um seine Existenz.

Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie haben die Tourismusbranche nach Angaben der IHK Schwaben fest im Griff. „Jeder fünfte Hotel- und Gastronomiebetrieb fürchtet um seine Existenz“, stellt Martin Neumeister, Vorsitzender des IHK-Ausschusses für Freizeitwirtschaft,fest. Neumeister bezieht sich dabei auf die Ergebnisse der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage und die Rückmeldungen aus der Branche.

2500 Beherbergungs- und 6000 Gastronomiebetriebe gibt es in der Region. Jeder fünfte Betrieb im Freistaat hat seinen Sitz in Bayerisch-Schwaben und fast 27.000 Menschen finden dort ihr Auskommen. Und rund 1500 junge Menschen einen Ausbildungsplatz. „Die Zahl der Arbeits- und Ausbildungsplätze im Gastgewerbe ist im Vorjahr bereits deutlich gesunken. Und der Start ins neue Jahr lässt wenig Hoffnung zu, dass es 2021 besser wird", warnt Neumeister.

Im Vergleich zum Vorjahr, mussten 2020 laut IHK-Umfrage 95 Prozent aller Unternehmen im Tourismus sinkende Umsätze hinnehmen. 75 Prozent mussten demnach gar mit mehr als einem Viertel weniger Umsatz auskommen. Damit steht die Branche ganz am Ende der Unternehmen aus Produktion, Handel und Dienstleistungen, was sich auch in der Beurteilung der aktuellen Geschäftslage widerspiegelt. 93 Prozent beurteilen diese als schlecht.

Die Erwartungen für das laufende Jahr sind ähnlich düster wie die aktuelle Lage. Rund jeder vierte Betrieb geht sogar davon aus, dass sich seine Geschäftslage weiter verschlechtern wird. Das schlägt sich auch in der Umsatzerwartung und in der Sorge vor Insolvenzen nieder. So bewerten 20 Prozent der Unternehmen im Tourismus ihren Liquiditätsstatus als existenzbedrohend.

Aus diesem Grund ist neben dem Kurzarbeitergeld die Nachfrage nach weiterer Unterstützung ebenfalls sehr hoch. Um ihr Unternehmen zu retten, nutzen diese die Wirtschaftshilfen des Bundes. „Nach der Corona-Soforthilfe des letzten Frühjahres war die Nachfrage besonders nach der November- und Dezemberhilfe groß. Umso ärgerlicher war es für viele Betriebe, dass sie mehrere Monate auf ihr Geld warten mussten“, berichtet Branchenexpertin Ulrike Weber aus den Rückmeldungen, die die IHK Schwaben erreicht haben.

„Die Verlängerung des Lockdowns hat die Situation weiter verschärft. Die Wirtschaftshilfen sind ein wichtiger Schritt, doch allein reichen sie nicht aus, um die drohende Insolvenzwelle zu verhindern. Die Unternehmen haben gezeigt, dass sie den Gesundheitsschutz und ihre unternehmerischen Interessen in Einklang bringen können. Daher ist es unverzichtbar, dass die Politik jetzt schnell eine gemeinsame Diskussion über eine konkrete Öffnungsperspektive zulässt. Denn ein ,weiter so' der bisherigen Lockdown-Strategie führt unweigerlich zum Verlust von Unternehmen, Arbeits- und Ausbildungsplätzen im bayerisch-schwäbischen Tourismus", betont Neumeister. (pm)

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