Region: Augsburg Stadt

Wie geht es nach 25 Jahren Güterverkehrszentrum weiter?

Auf dem 112 Hektar großen Areal des Güterverkehrszentrums befindet sich im Nordwesten auch ein Vier-Sterne-Hotel.

Die Güterdrehscheibe soll mit dem geplanten Containerbahnhof noch wichtiger für die Region werden. Der Bund hat eine Förderung in Höhe von 44 Millionen Euro zugesagt.

Das Güterverkehrszentrum (GVZ) Region Augsburg gibt es seit nunmehr 25 Jahren. Gemeinsam mit ansässigen Firmen haben die Verantwortlichen kürzlich auf die Entwicklungsgeschichte zurückgeblickt.

So gründeten die Städte Augsburg, Gersthofen und Neusäß die "GVZ-Entwicklungsmaßnahmen GmbH", die 1996 ins Handelsregister eingetragen wurde. Als Treuhänderin der baulichen Maßnahmen steuert die Gesellschaft den Entwicklungsprozess, bis schließlich alle Flächen vermarktet sind. Derzeit seien von insgesamt 61 Hektar nur noch wenige Flächen verfügbar. "In Kürze kommen 85.000 Quadratmeter als Servicepark Intermodal direkt am Containerbahnhof in die Vermarktung", heißt es in einer Pressemitteilung.

Als drittgrößter Ballungsraum Bayerns soll die Region Augsburg mit dem Güterverkehrszentrum auch in den kommenden Jahren eine immer wichtigere Rolle spielen. Denn ein neuer Containerbahnhof soll bald der Logistikregion einen besseren Zugang zu den Seehäfen an der Nordsee und in Italien bringen.

Die neue Anlage im GVZ löst den bisherigen Containerbahnhof im Stadtteil Oberhausen ab und erhöht die Umschlagkapazitäten für die Region Augsburg von 22.000 auf 100.000 Ladeeinheiten pro Jahr. Eine Verkehrsprognose des Bundes rechnet bis 2030 mit 60.000 Containern, Wechselbrücken und Sattelaufliegern. Geplant ist, dass der Containerbahnhof diesen Verkehr auf die Schiene bringe und die Straßen der Region entlaste. Davon sollen vor allem regionale Unternehmen profitieren, die Wert auf nachhaltige Lieferketten legen. Im März dieses Jahres gab der Bund bekannt, dass der neue Containerbahnhof im Güterverkehrszentrum mit 44 Millionen Euro gefördert wird.

„Unser Güterverkehrszentrum ist ein wichtiger Infrastrukturbaustein für die Region und soll Premiumstandort für Logistikunternehmen bleiben. Mit dem Verkauf der letzten Fläche stehen wir, wie viele Güterverkehrszentren in Deutschland, vor der Frage, wie sich die Standortqualität langfristig erhalten lässt. Die Antwort darauf sehen wir als wichtigen Schritt zum Abschluss der Standortentwicklung“, kommentiert Ralf Schmidtmann das 25-jährige Bestehen der GVZ-Entwicklungsmaßnahmen-GmbH, die er seit fast zehn Jahren als Geschäftsführer vertritt. Mit dem Abverkauf der letzten Fläche lösen die drei Städte die Entwicklungsmaßnahmengesellschaft und den 2007 gegründeten Planungsverband auf. Ab diesem Zeitpunkt deckt der gemeinsame Zweckverband den Unterhalt der Flächen ab.

Seit der Verkehrsfreigabe im Jahr 2010 siedelten sich 17 Unternehmen auf dem Gelände an. Alle Grundstücke verfügen über einen direkten Anschluss an die A8, die B17 und das Schienennetz der Deutschen Bahn, sodass der Zugang zum alpenquerenden Verkehr sowie der Zugang zum Korridor nach Süd-/Osteuropa gewährleistet sei.

Die Betreiber wollen aber auch "die Balance zwischen Wirtschaft, Natur und Mensch" halten. So seien gemeinsam mit Fachbehörden des Naturschutzes Konzepte für das Areal entwickelt worden, die circa ein Drittel öffentlich zugänglicher Grünflächen beinhalten. (pb)

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