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Ein Jahr KI-Netzwerk in Augsburg: Künstliche Intelligenz für Bayerns Industrie

Auf rund 7000 Quadratmetern baut die Universität Augsburg 2022 neue Forschungsflächen auf.

Seit über einem Jahr gibt es nun das "KI-Produktionsnetzwerk" in Augsburg, das mit künstlicher Intelligenz Unternehmen in ganz Bayern dabei helfen soll, bei der Produktion wettbewerbs- und zukunftsfähig zu bleiben. Nach dem ersten Projektjahr zieht die Wirtschaftsförderung der Stadt Augsburg nun Bilanz und stellt die Pläne für das laufende Jahr vor.

Im Januar 2021 startete das KI-Produktionsnetzwerk in Augsburg. Es wird vom Freistaat Bayern mit 92 Millionen Euro unterstützt. Davon stehen 30 Millionen Euro für Verbundprojekte mit Unternehmen zur Verfügung. 62 Millionen Euro fließen an die Forschungspartner Universität Augsburg, Hochschule Augsburg, Fraunhofer-Institut und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit dem Augsburger Zentrum für Leichtbauproduktionstechnologie (ZLP).

Wichtig sei es, die Erkenntnisse aus der Forschung schnell den bayerischen Unternehmen zugänglich zu machen. Deshalb sollen Projekte gemeinsam mit den Unternehmen umgesetzt werden. Die Vision des KI-Produktionsnetzwerkes ist es, die bisherigen Fertigungsketten in der Industrie so weiterzuentwickeln, dass Werkstoffe effektiver und damit günstiger genutzt werden können. "Dadurch ist es möglich, auch künftig am Hochlohnstandort Deutschland wettbewerbsfähig zu produzieren, Arbeitsplätze zu erhalten und neue Unternehmensperspektiven zu öffnen", hofft die Wirtschaftsförderung der Stadt Augsburg.

Im ersten Projektjahr seien nun bereits zahlreiche Projekte der vier Forschungspartner mit Unternehmen angelaufen. So habe die Universität Augsburg 120 neue Industrieunternehmen involviert, insgesamt 15 Projekte gestartet und 17 weitere vorbereitet. Die gemeinsam mit den Unternehmen erarbeiteten Ergebnisse sollen nahtlos auch zur Anwendung kommen.

Die Hochschule Augsburg legte im ersten Jahr ihren Fokus auf die Entwicklung von KI-Lösungen in den Bereichen Mensch-Maschinen-Interaktion, Risikoanalyse und sicheren Industriekomponenten. 2021 sind laut der Wirtschaftsförderung erste Projekte zur Produktionsoptimierung mit Unternehmen aus der Region gestartet, darunter BMK, Faurecia, ITQ, Rational und WashTec.

Am Fraunhofer Institut für Gießerei-, Composite- und Verarbeitungstechnik (IGCV) werden bestehende und neu erworbene Produktionsanlagen sowie Produktionslinien in den Bereichen Additive Manufacturing, Batteriezellenfertigung und Leichtbau mit Faserverbundwerkstoffen digitalisiert und vernetzt. Durch neue Anlagen und Sensorik sollen Prozess-, Anlagen- und Bauteildaten künftig effektiver erfasst werden. 16 Projekte mit regionalen Unternehmen haben begonnen, zwei weitere sind beantragt.

Das Zentrum für Leichtbauproduktionstechnologie am Augsburger Standort des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt forscht ebenfalls zu KI-gestützten Produktionsprozessen für die Luft- und Raumfahrt. Es fungiere dabei als Bindeglied zwischen institutioneller Forschung und Industrie. Im ersten Jahr stand für das DLR insbesondere die Umsetzung des Projekts "OIML" (Open Infrastructure for Machine Learning) mit dem mittelständischen Unternehmen Wogra aus Gersthofen im Fokus.

"Alle Forschungspartner haben 2021 wichtige Vorarbeiten geleistet, um 2022 die angewandte Forschung mit den Unternehmen der Region intensivieren zu können", zieht nun die Wirtschaftsförderung der Stadt Augsburg Bilanz. Weitere Projekte seien geplant.

So will die Universität Augsburg 2022 die neue Forschungshalle auf dem "Walter Technology Campus", dem ehemaligen Fujitsu-Gelände, aufbauen und beziehen. Im Januar unterschrieben die Forschungspartner den Mietvertrag für die 7000 Quadratmeter große Halle, in der künftig Produktionsanlagen im relevanten Maßstab betrieben werden sollen. Auch die Hochschule Augsburg will im Büro Center Messe neue Räume beziehen. Hier wird unter anderem ein Ausbau der Kooperation mit der Projektgruppe Wirtschaftsinformatik des Fraunhofer-Instituts angestrebt. Das Fraunhofer IGCV verfolge im Jahr 2022 zudem das Ziel einer „Nullfehler“-Produktion mit minimalem Ressourceneinsatz. Und das ZLP will die im Projekt "OIML" entwickelte Plattform vorstellen und zur Testnutzung an interessierte Pilotunternehmen und Forschungseinrichtungen freigeben. (pm)

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