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Schwäbische Wirtschaft auf Erholungskurs: IHK stellt Ergebnisse der Konjunkturumfrage vor

Die Unternehmen aus Produktion, Handel und Dienstleistungen beurteilen ihre aktuelle und zukünftige Geschäftslage mittlerweile besser, als noch vor der Pandemie.

Die bayerisch-schwäbische Wirtschaft setzt ihren Aufschwung "mit ordentlichem Tempo" fort. So lautet das Fazit der IHK Schwaben, die nun die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage vorgestellt hat.

Demnach würde das Vor-Corona-Niveau zum Herbst hin zwar deutlich übertroffen, dennoch würden in den Unternehmen die Zweifel wachsen, ob damit die Krise vorbei ist. Denn sowohl der Fachkräftemangel, als auch die hohen Preise für Energie und Rohstoffe sowie die unsicheren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dämpfen die Erwartungen laut der IHK. "Wahrscheinlich werden die Knappheiten bis in die zweite Jahreshälfte 2022, wenn nicht bis 2023 anhalten", warnte Marc Lucassen, Hauptgeschäftsführer der schwäbischen Industrie- und Handelskammer.

„Wir haben uns aus der Umklammerung der Corona-Krise befreit“, sagt der stellvertretende IHK-Präsident Reinhold Braun und erklärt: „Jetzt holen uns allerdings viele, von der Politik bislang vernachlässigte Probleme wieder ein. Zudem schlagen nun die langfristigen Folgen der globalen Corona-Notbremse voll durch.“ Er fordert daher von der neuen Bundesregierung, dass diese nun die Chance nutzen und die wirtschaftspolitischen Zukunftsthemen wieder stärker in den Fokus nehmen müsse.

Die Unternehmen aus Produktion, Handel und Dienstleistungen beurteilen ihre aktuelle und zukünftige Geschäftslage mittlerweile besser, als noch vor der Pandemie. Seit dem Frühjahr hätte die Wirtschaft stetig zugelegt und nun einen Wert erreicht, der sogar das Niveau aus dem Herbst 2019 übersteigt.

Vor allem die Tourismusbranche habe seit dem Sommer, als die weitreichenden staatlichen Beschränkungen aufgehoben wurden, laut Braun eine "bemerkenswerte Aufholjagd" hinter sich. Allerdings mache gerade dem Tourismus das fehlende Personal zu schaffen. "Es herrscht ein Fachkräftemangel, der unvorstellbar ist", sagt der stellvertretende IHK-Präsident. Teilweise könnten Gasthäuser nicht öffnen, weil Personal fehlt. Immerhin sei jedoch die Gefahr gebannt, dass etliche Betriebe dichtmachen müssten. "Es droht uns keine Insolvenzwelle", so Lucassen.

Trotz des guten Ergebnisses der Konjunkturumfrage würden die Sorgen vor der nächsten Infektionswelle und mögliche neue Corona-Einschränkungen die Stimmung in den Unternehmen trüben. Als größte Risiken bezeichnen die schwäbischen Unternehmen den Fachkräftemangel, steigende Energie- und Rohstoffpreise und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

„Wenn es nicht gelingt, die Attraktivität der dualen Berufsausbildung weiter zu steigern, digitale Kompetenzen zu fördern und neue Potentiale am Arbeitsmarkt zu heben, fehlen unseren Unternehmen die Fachkräfte, die sie für ihre wirtschaftliche Entwicklung dringend benötigen“, sagt Braun. Auch bei den Energiekosten, deren Höhe zum großen Teil von staatlichen Abgaben und Umlagen bestimmt wird, sieht der stellvertretende IHK-Präsident ebenso wie bei der Digitalisierung und der Entbürokratisierung dringenden Handlungsbedarf. Die bereits beschlossene Absenkung der EEG-Umlage auf 3,723 Cent je Kilowattstunde sei ein Schritt in die richtige Richtung. "Ihm müssen nun weitere Maßnahmen folgen.“ (pm/pb)

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