Region: Augsburg Stadt

Start-up arbeitet in Augsburg an Zulassung für Flugtaxi

Das Flugtaxi "Prosperity I" soll nach den Plänen der Entwickler im Jahr 2025 die Zulassung der Europäischen Flugsicherheitsagentur erhalten.

In wenigen Jahren schon sollen die ersten Flugtaxis über Augsburg fliegen und Personen umweltfreundlich auf dem Luftweg befördern. Das sind zumindest die Pläne des Luftfahrtunternehmens AutoFlight, das nun neue Räume im Augsburger "Leuchtwerk", dem ehemaligen Osram-Werk an der Berliner Allee, bezogen hat.

AutoFlight ist ein Start-up, das Fluggeräte für die Beförderung von Frachten und Personen entwickelt und produziert. Gegründet wurde das Unternehmen 2016 in Shanghai. Im November 2021 hat die in Berlin ansässige internationale Technologie-Holding "Team Global" 100 Millionen US-Dollar in die Firma investiert. Im Januar 2022 eröffnete AutoFlight Europe in Augsburg seinen Standort für Entwicklung. In den vergangenen Monaten ist die Belegschaft auf 25 Mitarbeiter angewachsen, bis Ende des Jahres sollen weitere 25 Stellen in der Entwicklung besetzt werden.

Die Entscheidung für den Standort Augsburg hatte aus Sicht der Verantwortlichen gute Gründe: „Es gibt hier einen Flughafen für die Test- und Zulassungsflüge. Augsburg liegt zudem in einem Kompetenzzentrum rund um das Thema Luftfahrt – mit den Universitäten und Hochschulen in Augsburg, München und Stuttgart, aber auch vielen Zulieferbetrieben und anderen Herstellern. Dementsprechend gibt es hier auch mehr Fachkräfte und Talente als anderswo. Schließlich ist Augsburg verkehrsgünstig gelegen“, sagt Mark Henning, Geschäftsführer der AutoFlight Europe GmbH.

Zulassung des Flugtaxis ist für 2025 geplant

Aktuell arbeitet das Unternehmen an der Zulassung des ersten Flugtaxis „Prosperity I“ bei der Europäischen Flugsicherheitsagentur EASA. Erste Flugtests seien für 2023 geplant. Im Jahr 2025 soll für das Flugtaxi die Zulassung angestrebt werden und dann 2026 der Marktstart erfolgen. Augsburg soll dann zum europaweiten Kundenzentrum ausgebaut werden.

„Unser Zeitplan ist ehrgeizig - das ist uns bewusst. Aber die Notwendigkeit einer umweltfreundlichen, flexiblen, schnellen, leisen und verfügbaren Mobilität in der Luft wird immer dringlicher. Unser Projekt bringt Arbeitsplätze, Innovation und damit Zukunft“, sagt Henning.

Bei dem Flugtaxi handelt es sich um ein elektrisch betriebenes, senkrecht startendes und landendes Flugzeug (eVTOL – electric vertical take-off and landing). Die Reichweite der Prosperity I betrage bis zu 200 Kilometer bei einer maximalen Reisegeschwindigkeit von 180 Stundenkilometern. Neben dem Piloten biete das Flugtaxi Platz für drei Passagiere.

Das Konzept von AutoFlight beruht auf der sogenannten „Lift and Cruise“-Technologie. Der Vorteil der sogenannten eVTOL sei vor allem, dass diese keine großen Flughäfen benötigen, da sie von "Vertiports" aus betrieben werden. Dabei handelt es sich um kleine Start- und Landeplätze für senkrechtstartende und -landende Fluggeräte. Die Vertiports könnten sich demnach etwa an Bahnhöfen und anderen zentralen Plätzen in Städten befinden, es soll sie aber auch an bestehenden Flughäfen geben, damit Passagiere dort auch umsteigen können. "Ein Standard-Flugkorridor für die Strecke Augsburg/München ist angedacht", teilt AutoFlight mit.

Ein bewusst einfaches Design mache die Prosperity I günstig in der Herstellung, in der Wartung und im Betrieb als Lufttaxi. Was die Lärmbelastung anbelangt, würde man die Werte von Hubschraubern deutlich unterschreiten. Erste Testflüge in China Ende 2021 hätten dies bestätigt. "Wir tun alles dafür, die Belastungen für die Anwohner und Nachbarn so gering wie möglich zu halten", so das Unternehmen.

Sicherheit und Zuverlässigkeit stehen dabei im Mittelpunkt. Dazu setzt AutoFlight auf neue Technologien wie integrierte Software, hochautomatisiertes Fliegen und modernste Werkstoffe. (pb)

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