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Der Weg zur künstlichen Intelligenz: Vorbereitung für Forschung in Augsburg

Auf rund 7000 Quadratmetern sollen in Augsburg künftig neue Produktionsprozesse erforscht werden.

Die Forschungsergebnisse des KI-Produktionsnetzwerks Augsburg sollen künftig aus dem Labor direkt in die industrielle Praxis überführt werden. Dafür haben die Partner – die Universität Augsburg, das Fraunhofer-Institut für Gießerei-, Composite- und Verarbeitungstechnik sowie das Augsburger Zentrum für Leichtbauproduktionstechnologie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt – nun den Mietvertrag für eine neue Forschungshalle unterschrieben. Gemeinsam mit der Hochschule Augsburg und Partnern aus der regionalen Industrie werden sie künftig auf einer Fläche von 7000 Quadratmetern auf dem "Walter Technology Campus", dem ehemaligen Fujitsu-Gelände, forschen.

Ziel des KI-Netzwerks ist es, durch künstliche Intelligenz neue Lösungen für zukunftsfähige und werkstoffoptimierte Produktion zu finden. Im Zuge des Projekts, das durch die Hightech-Agenda des Freistaats mit rund 92 Millionen Euro gefördert wird, hat das Netzwerk nun Ende Dezember einen Mietvertrag für neue Hallen- und Büroflächen auf dem Technology Campus in der Nähe der Universität unterschrieben. Dort sollen laut der Universität künftig "neueste Forschungsergebnisse aus dem Labor in die industrielle Praxis überführt werden".

"Der Hightech-Standort Augsburg startet unter sehr guten Vorzeichen in das neue Jahr", sagte deshalb Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger. Künstliche Intelligenz eröffne den Unternehmen neue Perspektiven und Geschäftsmodelle. "Jeder Euro" für die KI-Forschung sei deshalb "eine Investition für die Wettbewerbsfähigkeit Bayerns". Der Wirtschaftsminister erhofft sich aus dem Produktionsnetzwerk weitreichende Impulse für die bayerische Wirtschaft.

Auch Wissenschaftsminister Bernd Sibler betonte: "Künstliche Intelligenz ist ein entscheidendes Zukunftsfeld für unseren Fortschritt." Durch die "Hightech Agenda Bayern" und die Hightech Agenda Plus würden deshalb rund 3,5 Milliarden Euro in den Ausbau dieser und weiterer Schlüsseltechnologien fließen. Die neue Halle in Augsburg schaffe die Rahmenbedingungen für Forscher, um einen "zielgerichteten Wissenstransfer dieser zentralen Zukunftstechnologie zu den Unternehmen und in die Region Augsburg" zu ermöglichen.

Augsburgs Oberbürgermeisterin Eva Weber sprach von einem "wichtigen Meilenstein" für die Region. "Damit öffnet sich für unsere heimischen Unternehmen der Weg in die Welt der künstlichen Intelligenz", so Weber. "Wir sind gespannt, wie sich das KI-Produktionsnetzwerk in den kommenden Jahren entwickelt und welche zukunftsweisenden Lösungen die Forschenden gemeinsam mit unseren kleinen und mittelständischen Unternehmen erarbeiten."

Mit den Partnern bereite man nun die nächste Phase der Forschung vor, so die Universität in einer Pressemitteilung. Die Halleninfrastruktur müsse zunächst für die Forschungsvorhaben angepasst werden. Auf der rund 7000 Quadratmeter großen Büro- und Produktionsfläche sollen künftig industrielle Produktionsanlagen und neue Produktionstechniken ausprobiert werden – "zum Beispiel im Bereich der Produktions- und Materialoptimierung oder bei der Digitalisierung und Selbstorganisation der Fertigung", wie Universitäts-Präsidentin Sabine Doering-Manteuffel erklärt.

Das Zentrum für Leichtbauproduktionstechnologie (ZLP) freut sich laut Leiter Michael Kupke darauf, "unsere Kompetenzen und Fähigkeiten im Bereich der ganzheitlichen Leichtbauproduktion einzubringen". Innerhalb des Verbunds aus Universität Augsburg, ZLP Augsburg und Fraunhofer-Institut sollen bis 2025 Forschungsprojekte mit der Industrie initiiert und eine Technologieplattform für den Transfer der Grundlagenforschung bis hin zur angewandten Forschung aufgebaut werden. Umgesetzt werden sollen etwa nachhaltige Lieferketten und werkstoffgerechte Designs. "Diese Potenziale sollen nun für die spezifischen Problemstellungen aus der regionalen Industrie genutzt werden, um so gemeinsam passgenaue Lösungen zu entwickeln", so Klaus Drechsler, Leiter des Frauenhofer Instituts für Gießerei-, Composite- und Verarbeitungstechnik. (pm)

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