Region: Augsburg Stadt

Augsburg feiert das Hohe Friedensfest – Friedenstafel nach zwei Jahren Pause

Friedenstafel auf dem Rathausplatz: Nach zwei Jahren Pause fanden sich zahlreiche Menschen auf dem Rathausplatz ein.

Das diesjährige Augsburger Hohe Friedensfest stand unter dem Motto „Zusammenhalt“ und fand seinen Abschluss mit der großen Friedenstafel auf dem Rathausplatz. Nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause versammelten sich hunderte Menschen vor dem Rathaus und tauschten die von zu Hause mitgebrachten Speisen und Getränke aus. Dieses Kennenlernen und die Begegnung mit den Tischnachbarn symbolisiere nach Ansicht des Friedensbüros als Veranstalter „das gelebte friedliche und gleichberechtigte Miteinander“.

Das Kulturprogramm zum Friedensfest widmete sich ab 18. Juli mit zahlreichen verschiedenen Veranstaltungen im Stadtgebiet den Aspekten und Fragen rund um das Thema Frieden und Zusammenhalt. Eingeleitet wurde der Feiertag am 8. August dann mit einem ökumenischen Festgottesdienst in der Basilika St. Ulrich und Afra. Die Predigt hielt die Hauptpastorin und Pröpstin Astrid Kleist aus Hamburg. Sie appellierte, beim Thema „Zusammenhalt“ stets sensibel zu bleiben, zu prüfen, ob Menschen ausgegrenzt werden und für alle einen Platz in der Gesellschaft zu ermöglichen.

Seit dem Jahr 1650 erinnert das Hohe Friedensfest mit einer nahezu lückenlosen Tradition an die nach dem 30-jährigen Krieg wiedererlangte konfessionelle Gleichstellung der protestantischen Christen, denen man die Ausübung ihres Glaubens untersagt hatte. Der Kern dieser Geschichte ist zeitlos aktuell und aus ihm leitet sich auch das heutige Verständnis der Friedensstadt ab: Niemand soll mehr aufgrund seiner Religion oder Herkunft ausgeschlossen werden. Im Dezember 2018 wurde es neben anderen Kulturformen in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

„Das ist unglaublich, was unsere Stadt leistet“, sagte Oberbürgermeisterin Eva Weber gestern im Zuge ihrer Rede auf dem Rathausplatz. Sie verwies unter anderem darauf, dass viele Augsburger während der Pandemie ganz selbstverständlich älteren Nachbarn mit dem Einkauf geholfen haben. Außerdem freute sich die Rathauschefin über die anhaltende Hilfsbereitschaft der Bürger für geflüchtete Ukrainer. Daher sei es nur passend, dass das Friedensfest heuer unter dem Motto Zusammenhalt steht.

Wie Didem Karabulut als Vorsitzende des Integrationsbeirats schilderte, hätten alle ganz unterschiedliche Vorstellungen von Frieden. In persönlichen Gesprächen habe sich laut Karabulut dann herausgestellt, dass Frieden bereits zu Hause anfange. So hätten ihr beispielsweise viele Kinder erzählt, dass für sie Frieden bedeute, dass die Familie gut miteinander auskommt und es keinen Streit mit den Geschwistern gäbe. Im Anschluss an die Redner sprachen die Vertreter des Runden Tisches der Religionen die Friedensgrüße. (pb)

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