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Augsburger Friedensfest widmet sich der Fürsorge

Die Kunstinstallation "Leuchtenfeld" von Markus Heinsdorff gibt es ab 21. Juli in Augsburg zu sehen.

Das Augsburger Friedensfest hebt seit Jahren in seinem Kulturprogramm ein Thema in den Vordergrund. In den vergangenen Jahren waren dies beispielsweise Mut, Freiheit, Heimat oder Utopien. Heuer widmet sich das Programm der Fürsorge.

Fürsorge – oft auch mit dem englischen Care umschrieben – umfasst aus Sicht der Veranstalter eine Vielzahl von Bedeutungen, die von Betreuung über Versorgung, Sorgfaltspflicht, Achtsamkeit und Zuwendung bis hin zu Pflege reichen. "Fürsorge bedeutet zunächst Sorge für andere Personen oder eine Gruppe von Personen wie zum Beispiel die Familie, den Freundeskreis, im Sportverein." Die Corona-Pandemie habe aber besonders die Pfleger in den Mittelpunkt gerückt.

Zur Eröffnung des Kulturprogramms bringen am Donnerstag, 21. Juli, um 19 Uhr Pflegende ihre Anliegen in einem "Care-Slam" auf die Bühne. Die Veranstaltung findet im Staatlichen Textil- und Industriemuseum tim statt, das mit den Machern des Kulturprogramms kooperiert. Der Care-Slam verbindet Elemente von Poetry-Slam und Science-Slam mit politischen Inhalten. Dabei steht die berufliche und pflegerische Situation der Akteure im Vordergrund. Einen Wettbewerbscharakter hat der Care-Slam im Gegensatz zu den anderen Slam-Formen nicht.

Zu den rund 70 Veranstaltungen des Kulturprogramms gehören unter anderem die Ausstellung „Who cares?“ im tim, die sich mit Formen der Solidarität beschäftigt. Ab 21. Juli gibt es zudem am Textilmuseum sowie zwischen den Ulrichskirchen mehr als 140 Leuchtstelen des international bekannten Künstlers Markus Heinsdorff zu sehen. Die Kunst-Landschaftsinstallation "Leuchtenfeld" ist ein Projekt von Schloss Blumenthal und Heinsdorff. Gefertigt wurde sie aus orangenen Schwimmwesten-Stoff aus dem Mittelmeer geretteter Menschen.

Feministische Aspekte sind im diesjährigen Programm stark vertreten, immerhin wird 80 Prozent der "Carearbeit" von Frauen erledigt. Zu sehen gibt es beispielsweise die Ausstellung „Faces of Moms – Fotografien zur Mutterschaft“. Fragen von Religion und Fürsorge werden thematisiert beim Interreligiösen Frauendialog „Vergelt’s Gott – Care-Arbeit zwischen Emanzipation und Abhängigkeit“. Zum ersten Mal ist heuer auch die Frauenakademie München dabei und wird bei „Politik am Küchentisch“ feministische Perspektiven auf gerechtes Sorgen darstellen.

Festival der Kulturen im Annahof und auf der Freilichtbühne

Beim Festival der Kulturen gibt es vom 29. bis 31. Juli im Annahof und auf der Freilichtbühne internationale Konzerte, unter anderem aus Iran, Marokko, Frankreich und Spanien. Am 7. August findet im Zuge des Festivals außerdem ein Konzert der spanischen Sängerin Mercedes Peon und dem Streicherensemble der Philharmoniker auf der Freilichtbühne statt. Aufgrund der aktuellen Hygienebestimmungen sind auch in diesem Jahr alle Konzerte des Festivals bestuhlt und die Kapazitäten begrenzt. Informationen gibt es unter www.festivalderkulturen-augsburg.de.

Zum Festprogramm am Hohen Friedenfest am Sonntag, 8. August, gehören traditionell die ökumenischen Gottesdienste. Am Vorabend des Friedensfestes lädt der Runde Tisch der Religionen zu einem öffentlichen Gebet, dem „Multireligiösen Friedensgebet“ ein. Eine große Friedenstafel auf dem Rathausplatz muss heuer ausfallen. In den Stadtteilen haben sich aber einzelne Initiativen gebildet, um „Friedenstafeln“ zu feiern.

Das komplette Kulturprogramm findet sich im Internet unter www.friedensstadt-augsburg.de/de/augsburger-hohes-friedensfest. (pb/pm)

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