Region: Augsburg Stadt

Eigene Website und "Kulturzentrale" in Innenstadt: Koalition will lokale Kunstszene wieder sichtbarer machen

Auftritte wie die beim Bürgerfest am Roten Tor können aktuell nicht mehr stattfinden. Die Stadtregierung will lokale Künstler nun während und auch nach der Pandemie stärker fördern.

Für mehr Sichtbarkeit und bessere Förderbedingungen für die Augsburger Kulturszene wollen die Augsburger Regierungsparteien CSU und Grüne sorgen. Das geht zumindest aus einem "Kultur-Antragspaket", wie die beiden Fraktionen es selbst nennen, an die Oberbürgermeisterin hervor. Dieses beinhaltet drei Prüfantrage für die Augsburger Verwaltung, allerdings noch keine konkreten Maßnahmen.

Die Kultur ist weiterhin besonders stark von der Corona-Pandemie betroffen. "Vor kurzem durften Kulturschaffende noch hoffen, ihr Publikum mit Musik, Theater und Kunst zu bereichern", schreiben CSU und Grüne in einer gemeinsamen Presseerklärung. "Nun sind wir mit den steigenden Zahlen wieder alle vor vollendete Tatsachen gestellt." Aktuell sieht es so aus, als hätten die Augsburger Künstler erst im Sommer wieder eine Perspektive. Im Zuge des Augsburger Stadtsommers sind unter anderem Freilicht-Auftritte im Stadtzentrum und in den Stadtteilen vorgesehen.

Doch laut den Regierungsfraktionen müsse auch bereits jetzt eine längerfristige Förderstruktur für die Kulturschaffenden eingerichtet werden. Stärken wolle man außerdem die Sichtbarkeit der Kultur in der Stadtgesellschaft sowie die Stadtteilkultur.

Um die Kulturszene der Stadt auch nach der Pandemie sichtbarer zu machen, stellen sich CSU und Grüne unter anderem eine neue Website vor. Mit dem entsprechenden Antrag beauftragen die Parteien die Augsburger Verwaltung damit, zu überprüfen, wie eine solche Website umgesetzt werden könnte. Unter anderem soll die digitale Plattform demnach eine Vernetzung der Künstler ermöglichen, eine "Raumbörse" Augsburger Veranstaltungsräume sowie Leerstände, die zwischengenutzt werden können, auflisten und auch als Plattform für Live-Übertragungen oder als Mediathek dienen.

Für die bessere Sichtbarkeit nicht nur im Digitalen soll die Verwaltung außerdem auch prüfen, wie eine "Kulturzentrale" in der Augsburger Innenstadt umgesetzt werden könnte. Diese könne etwa zur Veranstaltungsbewerbung und für den Ticketverkauf genutzt werden oder auch einen zusätzlichen Raum für Veranstaltungen und Ausstellungen bieten.

Eine eigene Website für Kulturschaffende könne "Transparenz, Information, Kommunikation und Vernetzung in sich vereinen und die Nutzer/innen sichtbar machen", heißt es in der Begründung des Antrags. " Sie kann neue Synergien ermöglichen und Projektideen voranbringen". Auch ihre eigenen Projekte könne die Stadt Augsburg über die Plattform darstellen und dabei ebenfalls eine bessere Vernetzung mit der freien Szene ermöglichen.

Für die Zeit während der Corona-Pandemie soll laut einem weiteren Antrag außerdem vor allem überprüft werden, wie viele Künstler von einem Mieterlass in städtischen Gebäuden profitieren würden, und welche Kosten eine solche Mietpause für die Stadt bedeuten würde. Außerdem soll die Verwaltung herausfinden, wie viele Künstler bereits vom Freistaat oder Bund, etwa mit Überbrückungshilfen, gefördert werden, und welche Gründe für das Nichterfüllen bei den Künstlern vorliegen, die keine Förderung erhalten. Ein entsprechender Mieterlass werde aktuell immer wieder gefordert, heißt es in dem Antrag.

Unabhängig von der Corona-Pandemie sei es außerdem wichtig, über die zukünftige Förderung der Augsburger Künstler nachzudenken. Augsburg habe eine lebendige Kunst- und Kulturszene und sei stolz auf die Nachwuchskünstler, die in der Hochschule und Universität ausgebildet werden, begründen das die Parteien. "Je mehr Kultur, Kreativität und damit Lebensqualität ein Stadtviertel innehat, desto beliebter ist es nicht nur bei der eigenen Stadtgesellschaft", heißt es in dem Antrag. Auch für Besucher und Touristen werde die Stadt so attraktiver.

Um einer Abwanderung der lokalen Kunstszene entgegen zu wirken, brauche es angemessenen und bezahlbaren Raum für die Künstler. Die Verwaltung soll deshalb auch prüfen, ob nach der Pandemie ein städtisches Förderprogramm für Räume und Ateliers der Stadt aufgelegt werden kann und ob die Kultur in der Stadt etwa durch Crowdfunding-Plattformen weiterentwickelt werden könnte. (lat)

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