Region: Augsburg Stadt

Lange Nacht der Wissenschaft: Augsburger Innenstadt wird am Samstag zum Forschungslabor

Die Lange Nacht der Wissenschaft findet am Samstag wieder in Augsburg statt.

Die Universität, die Hochschule und die Stadt Augsburg veranstalten am Samstag, 16. Juli, nach Corona-Zwangspause wieder die "Lange Nacht der Wissenschaft". Die Innenstadt wird zum Lehrsaal, Forschungslabor und Experimentierfeld für die Besucher. Das Themenspektrum erstreckt sich von Grundlagen des Brauprozesses für Bier, über Forschungsvorhaben zum Klimawandel, Erkenntnisse der Brustkrebsforschung, Digitalisierung im Gesundheitswesen, bis hin zu komplexen medizinischen und mathematischen Fragen.

Eröffnet wird die Lange Nacht der Wissenschaft um 18.30 Uhr in der Stadtbücherei von Oberbürgermeisterin Eva Weber, Gordon Thomas Rohrmair, Präsident der Hochschule Augsburg, und Universitätspräsidentin Sabine Doering-Manteuffel. Den Auftakt macht dann um 18.45 Uhr der "Science Slam" auf der Bühne vor der Stadtbücherei. Im Anschluss können Interessierte bis 23 Uhr aus über 50 Programmpunkten an den vier Veranstaltungsorten Rathaus, Stadtbücherei, Maximilianmuseum und Schaezlerpalais wählen. Der Eintritt zu allen Vorträgen und Vorführungen ist frei.

„In dieser Nacht verwandeln sich zentrale Orte Augsburgs in Hörsäle der besonderen Art – und zwar für Alle, für Jugendliche, für angehende Studierende, für ältere Menschen, für Laien und auch für Menschen vom Fach“, wird Weber in einer Pressemitteilung zitiert.

Die Universität und die Hochschule sind Partner im KI-Produktionsnetzwerk Augsburg. Im Goldenen Saal des Rathauses präsentieren beide Einrichtungen aktuelle Projekte zur Künstlichen Intelligenz. Im Zuge der Forschungen gehe es etwa darum, wie Künstliche Intelligenz die Produktion verändert und welche Rolle der Mensch dabei spielt.

Wie etwa Lebensmittelverschwendung mit Künstlicher Intelligenz verhindert werden kann, schildert Professor Stefan Braunreuther um 22 Uhr in einem Vortrag in der Stadtbücherei. Die Digitalisierung spielt auch im Gesundheitswesen eine wichtige Rolle. Das Institut für agile Softwareentwicklung HSA_ias zeigt im Goldenen Saal an Beispielprojekten, wie Digitalisierung im Gesundheitswesen gelingen kann.

Eine große Bedrohung für die Gesundheit der Menschen ist der Klimawandel. "Hitzewellen und Stürme, aber auch Ambrosia-Asthma, Tigermücken oder Klimaängste sind bei uns in Mitteleuropa angekommen. Was wir dagegen tun können, darüber referiert Professor Dr. Claudia Traidl-Hofmann um 20 Uhr im Großen Sitzungssaal des Rathauses", kündigt die Stadt an.

In der Langen Nacht der Wissenschaft spielen auch Start-ups eine wichtige Rolle. Das "HSA_funkenwerk" präsentiert Teams aus dem Start-up-Inkubator der Hochschule und auch die Universität gibt Einblicke in ihr Innovations- und Gründungszentrum "StartHub" und das Prototyping-Labor "MakeHub". Beide Vorführungen finden Interessierte im Oberen Fletz im Rathaus.

In der Diskussion um eine Impfpflicht standen der Deutsche Ethikrat und seine Empfehlungen zuletzt besonders im Fokus der Öffentlichkeit. Einen besonderen Einblick bietet Professor Dr. Kerstin Schlögl-Flierl um 21 Uhr im Großen Sitzungsaal des Rathauses. Die Sozialethikerin ist Mitglied im Deutschen Ethikrat und berichtet aus ihrer Arbeit.

Zum ersten Mal mit dabei ist der Fachbereich Soziale Arbeit der Hochschule Augsburg. Professoren geben in der Stadtbücherei Einblicke in aktuelle Schwerpunkte des noch jungen Studiengangs, wie etwa Wohnungslosigkeit und seelische Gesundheit, Migration und Diversität, soziale Innovationsprozesse und kommunale Radikalisierungsprävention.

"Die Lange Nacht der Wissenschaft lebt vom Anfassen und Mitmachen. So können etwa in der Stadtbücherei Besucher und Besucherinnen mithilfe des Robodada-Toolkits ihre individuellen Roboter gestalten", so die Stadt. Die Roboter interpretieren die menschliche Mimik und reagieren auf diese. Dabei wird das Rollenverhältnis zwischen dem Menschen und proaktiver Technologie spielerisch erfahrbar gemacht und zur Diskussion gestellt. Professor Andreas Muxel von der Hochschule leitet dabei an.

In der „virtuellen Sandbox“ der Universität können Besucher selbst per Hand Landschaften modellieren, die dann von einem Sensor in Echtzeit erfasst und als farbiges Höhenmodell im Sand visualisiert werden. Außerdem lädt ein kleiner "Escape Room" dazu ein, sich an naturwissenschaftlichen Fragestellungen auszuprobieren.

Das vollständige Programm finden Interessierte im Internet unter www.augsburg.de/bildung-wirtschaft/nacht-der-wissenschaft. (pm)

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