Region: Augsburg Stadt

Langsamer Start für das Augsburger Welterbe: Info-Zentrum eröffnet im Frühling

Eine Visualisierung des neuen Welterbe-Info-Zentrums, das ab dem Frühjahr das Thema der Augsburger Wasserwirtschaft zentral am Rathausplatz präsentieren wird.

Im Frühjahr eröffnet mit einiger Verspätung das Welterbe-Info-Zentrum am Augsburger Rathausplatz

Mit rund zehn Monaten Verspätung eröffnet im März das Welterbe-Info-Zentrum am Augsburger Rathausplatz - allerdings wohl vorerst noch nicht für tatsächliche Besucher. Wenn wieder Tourismus möglich ist, soll das Zentrum an seinem zentralen Standort künftig Interesse an den 22 Stationen des Augsburger Weltkulturerbes wecken.

Augsburg und seine historische Wasserwirtschaft sind seit 2019 Unesco-Weltkulturerbe – und die Stadt hatte sich von diesem Titel eine positive Auswirkung auf den Tourismus erhofft. Neben dem Titel "Fuggerstadt" konnte man sich nun auch "Welterbe-" und "Wasserstadt" nennen. Dass im Jahr nach der Ernennung zum Weltkulturerbe eine weltweite Pandemie den Tourismus fast vollständig zum erliegen bringen würde, konnte sich noch niemand vorstellen, als die Stadt im Juli 2019 ihr Welterbe feierte.

Statt die ersten Bustouren zu den 22 prämierten Objekten in Augsburg zu veranstalten, ging die Stadt im März in den ersten Lockdown. Fast vergessen war da, dass bereits zwei Monate später das neue Welterbe-Info-Zentrum am Rathausplatz eröffnen sollte. Besonders viele Touristen hätte dieses im vergangenen Jahr wohl auch nicht angezogen: Die Anzahl der Gäste und Übernachtungen in der neu gekürten Wasserstadt sank im Vergleich zum Vorjahr um rund die Hälfte.

Etwas weniger als zwei Jahre nach der positiven Entscheidung des Welterbe-Komitees soll das Info-Zentrum nun am 22. März eröffnen - vorerst virtuell, bis das Infektionsgeschehen es zulasse, das Zentrum tatsächlich öffentlich zugänglich zu machen, so die Stadt. Auf der Homepage der Stadt soll die Eröffnung übertragen werden. Dass das Zentrum erst jetzt fertiggestellt wird, liege vor allem an der Corona-Pandemie. Durch diese hätten sich der Umbau und die Einrichtung verzögert. Insgesamt kostete das Welterbe-Zentrum, das in ehemaligen Räumen der Stadtsparkasse im städtischen Verwaltungsgebäude untergebracht ist, rund 800 000 Euro.

Das Zentrum soll das Wassermanagement-System der Stadt mit Bildern und Texten veranschaulichen. Besuchern, die sich für das Augsburger Welterbe interessieren, soll es außerdem einen Überblick über die 22 Stationen bieten, die sich im Stadtgebiet und mit dem Lechmuseum im Wasserkraftwerk Langweid auch im Augsburger Land verteilen. Höhepunkte des Wasser-Info-Zentrums sind laut der Stadt eine Wasser-Illumination und ein Trinkwasserbrunnen auf einem Lechfindling.

„Ziel des Info-Zentrums ist es, einen ersten Eindruck vom Augsburger Welterbe, das sich über 30 Kilometer erstreckt, in einem Zusammenhang zu bekommen", erklärt Kulturreferent Jürgen Enninger. "Wir wollen das Wassersystem anschaulich und erlebbar machen, Begeisterung wecken und verdeutlichen, warum Augsburg Welterbe ist. Dieser Ort soll einen Anstoß für Interessierte geben, sich auf den Weg zu machen und die spannenden Objekte vor Ort zu erfahren."

Die Vorgehensweise, das Thema der Augsburger Wasserwirtschaft nicht an einem zentralen Ort zu präsentieren, entspreche dabei den Vorgaben der Deutschen Unesco-Kommission. Ein Verzicht auf ein großes Welterbe-Zentrum könne dazu anregen, einzelne "Themenrouten" entlang der einzelnen Objekte zu erleben, so die Stadt. (lat)

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