Region: Augsburg Stadt

Party-Druck im Kessel: "Bob" und zwei Geschäftspartner wollen Gasbehälter zur Eventlocation umfunktionieren

Die B.A.R. GmbH (von links): Siegfried Riegel, Stefan „Bob“ Meitinger und Johannes Ankner. Das Trio will aus dem Teleskop-Gasbehälter 2 auf dem Gaswerk-Areal eine besondere Eventlocation für die gesamte Region entwickeln.

Drei Unternehmer wollen den Teleskop-Gasbehälter in Augsburg zu einer einmaligen Eventlocation für bis zu 3000 Besucher umfunktionieren und dafür die gesamte Region begeistern.

Wer Hannes Ankner kennt, der weiß, dass ein Glas niemals halb leer ist. Der Unternehmer, Kommunalpolitiker und Musiker aus Dasing gehört zur Spezies der Optimisten. Jetzt hat sich der Firmenchef hohe Ziele gesteckt. Zusammen mit dem Augsburger Kult-Gastronomen Stefan „Bob“ Meitinger und dem erfahrenen Geschäftsmann Siegfried Riegel will Ankner Augsburg zum überregional strahlenden Kulturjuwel entwickeln und Fahrten nach München oder Stuttgart überflüssig machen, um bekannte Künstler auf großen Bühnen live erleben zu können.

Dazu will das Trio mit seiner eigens gegründeten B.A.R GmbH den Teleskop-Gasbehälter 2 auf dem Gaswerk-Areal im Augsburger Stadtteil Oberhausen in eine Eventlocation verwandeln. Party, Kabarett und Konzerte in einem altehrwürdigen Industriedenkmal. Von Liveacts über Ausstellungen und Präsentationen bis hin zu Kabarett soll ein breites Spektrum geboten werden. Fassungsvermögen: 700 bis 3000 Personen.

Augsburger Veranstaltungsort nach dem Vorbild Amsterdam

„Im süddeutschen Raum ist ein derartiges Konzept einzigartig. Der unverwechselbare Charme des Gaskessels und des gesamten Gaswerk-Geländes würde einen Besuch unvergesslich machen“, betonen „Bob“ Meitinger, Ankner und Riegel – aus ihren Namen setzt sich B.A.R. zusammen – in einem Visionspapier. Vergleichbares gebe es bisher nur in Amsterdam mit dem sogenannten Gashouder – ebenfalls ein umfunktionierter ehemaliger Gaskessel.

Die Planungen sind weit fortgeschritten, das Trio steht nach eigenem Bekunden in regem Austausch mit den für das Areal zuständigen Stadtwerken Augsburg. Die sollen unter anderem für den Grundausbau sowie die notwendige Erschließung mit Strom, Wasser und Kanal sorgen, den eigentlichen Umbau des Gaskessels samt Installation sämtlicher Gastroeinrichtungen sowie Licht- und Tontechnik würden die Betreiber und langfristigen Mieter in Eigenregie übernehmen. Man warte derzeit auf erste Vertragsentwürfe, erklären die drei Macher.

Die Arbeitsaufteilung: Während Stefan „Bob“ Meitinger sich um die gesamte Konzeption rund um die Gastro sowie die Acts kümmert, schöpft der Stahlbaumeister Hannes Ankner sein volles Potenzial bei der Umgestaltung und Renovierung der Stahlkonstruktion des Kessels aus. Siegfried Riegel ist in der GmbH für alle strategischen und finanziellen Belange zuständig. Das Ziel: Möglichst noch in diesem Jahr soll der Umbau über die Bühne gehen, um dann zeitnah durchstarten zu können. Die Hoffnung: Eine Nach-Corona-Zeit mit „ausgehungerten“ Kultur- und Partyfans. Und ein Mitziehen der Stadt.

Keine Augsburger Location bietet annähernd dieses Fassungsvermögen

„Die Stadt Augsburg mit nun fast 300.000 Einwohnern besitzt nur ein paar wenige Eventlocations verschiedenster Größen, doch keine bietet die Voraussetzungen zur Durchführung von Konzerten aller Art sowie von Kulturveranstaltungen mit einem größeren Fassungsvermögen“, unterstreicht das Trio. Der Gaskessel leiste hierfür die perfekten Voraussetzungen und würde eine Verbindung zwischen Events mit aktuellen Bands und Künstlern sowie der industriellen Geschichte Augsburgs schaffen.

Tatsächlich ist das Gaswerk-Gelände längst auf einem guten Weg, zum Treffpunkt für Kultur und Wirtschaft zu werden. Das weitgehend erhaltene, über 100 Jahre alte Bauensemble wird seit 2017 von den Stadtwerken Augsburg in Kooperation mit der Stadt Schritt für Schritt zu einem Areal für Kultur- und Kreativwirtschaft sowie für die Theater-, Kunst- und Musikszene entwickelt. Zu den Mietern gehört das Theater Augsburg , das im Ofenhaus als Interimsspielstätte die Brechtbühne einrichtete. 2019 zog auch das Modularfestival auf das Gelände um.

Wer gut zu Fuß ist, kann bei schönem Wetter einen besonderen Blick auf Augsburg aus der Vogelperspektive werfen. Über 392 Stufen führt der Weg zur Aussichtsplattform auf dem Gaskessel. Er ist aus Eisen und wurde 1953 gebaut. Wesentlich älter sind derweil die beiden daneben stehenden Teleskop-Gasbehälter. Einen davon hat die B.A.R. GmbH im Visier. Erbaut wurde der Koloss 1913. Auf einem mit Wasser gefüllten Rundbecken befanden sich verschiedene Hubteile, die je nach Gasfüllung bis zu 40 Meter nach oben gedrückt wurden. Das Speichervolumen: 50 000 Kubikmeter. Der Durchmesser: über 50 Meter. Grundfläche: rund 2500 Quadratmeter.

Da ist die sogenannte „Garage“, die sich ebenfalls auf dem Gaswerk-Gelände befindet, deutlich kleiner. Die B.A.R. GmbH will das Gebäude dennoch mit in ihr Konzept aufnehmen und die „BAR 54“ daraus machen – „das Wohnzimmer der Augsburger Kulturszene“, wie das Trio meint. Café, Restaurant, Bar, Kleinkunstbühne und Biergarten sollen sich zu Dreh– und Angelpunkt des Gaswerks entwickeln, das „Herz des Geländes“ bilden. Die Zahl „54“ entspricht übrigens den letzten beiden Ziffern der Postleitzahl von Oberhausen. Der Dasinger Hannes Ankner ist überzeugt davon, dass nicht nur Augsburger begeistert sein werden, sondern auch oder gerade Gäste aus dem Umland, die auf eine Location wie den Gaskessel warteten. (Robert Edler)

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