Region: Augsburg Stadt

Rembrandt und seine Schüler: Neue Ausstellung im Schaezlerpalais eröffnet

Das Highlight der Ausstellung im Schaezlerpalais: Rembrandts „Pallas Athene“ aus einer Privatsammlung.

Rembrandt Harmenszoon van Rijn war der bedeutendste Maler der niederländischen Kunst im 17. Jahrhundert. Bis heute sind auch zahlreiche Maler, die von ihm unterrichtet wurden, namentlich bekannt. Rembrandt unterrichtete Zeit seines Lebens und zählte zu den begehrtesten Lehrern seiner Zeit. Eine neue Sonderausstellung im Schaezlerpalais spürt seit Freitag dieser Lehrtätigkeit nach.

Die Präsentation in "Lehrer Rembrandt – Der große Maler im Spiegel seiner Schüler" vereint rund 40 Gemälde und Zeichnungen zahlreicher Schüler aus Privatsammlungen. Werke der Kunstsammlungen und Museen Augsburg ergänzen die Ausstellung.

Rembrandt bildete zwischen 1628 und 1663 bildete Schüler in seiner Werkstatt aus. Zunächst in Leiden, wo er ein Atelier im Haus seiner Eltern unterhielt, ab 1634 schließlich in seinem Haus in Amsterdam. Seine zahlreichen Schüler arbeiteten in seinem Atelier nach seinen Zeichnungen, Stichen und Gemälden, die ihnen zur künstlerischen Anregung zur Verfügung standen. Auch Augsburger zog es damals nach Amsterdam, um bei Rembrandt zu lernen. Im Bestand der Kunstsammlungen und Museen befinden sich etwa Werke von Johann Ulrich Mayr, der der in den 1640er Jahren bei dem niederländischen Meister lernte.

Rembrandts pädagogischer Erfolg wurde aber auch oftmals in Frage gestellt – zu übermenschlich scheint das Vorbild des Malergenies im Hinblick auf die Leistungen seiner Schüler. „Die Ausstellung zeigt aber auch, dass viele seiner Schüler spezifische Aspekte seines Werks übernahmen, die in ihrem eigenen Malstil sichtbar werden", erklärt Julia Quandt, Kuratorin der Ausstellung. "Nachvollziehbar wird auch der große Einfluss, den Rembrandt bis weit nach seinem Tod auf nachfolgende Künstlergenerationen ausübte."

Neben den Gemälden und Zeichnungen der Schüler ist ein Highlight der Ausstellung Rembrandts eigene Darstellung der "Pallas Athene", ein Spätwerks des Künstlers, das ihm erst kürzlich zweifelsfrei zugeschrieben werden konnte. Als Rembrandts Modell für die griechische Göttin fungierte seine Lebensgefährtin Hendrickje Stoffels.

"Die kunsthistorische Forschung um den niederländischen Künstler Rembrandt war von jeher vielfältig und ist noch lange nicht abgeschlossen", sagt Christof Trepesch, leitender Direktor der Kunstsammlungen und Museen Augsburg. "Untersuchungen, die neue Perspektiven eröffnen, wie es auch unsere Ausstellung macht, sind daher stets lohnend."

Die Ausstellung ist bis zum 16. Januar im Augsburger Schaezlerpalais zu sehen. (pm)

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