Region: Augsburg Stadt

Theater Augsburg tanzt mit Kuka-Roboter

Das Theater Augsburg tanzt in "Kinesphere" mit einem Kuka-Roboter.

Ein Kuka-Industrieroboter ist einer der Hauptdarsteller eines ungewöhnlichen Stücks des Staatstheaters Augsburg, das im September seine Premiere feiert. Die 360-Grad-Inszenierung können die Zuschauer mittels Virtual-Reality-Brille von zuhause aus verfolgen.

Normalerweise kommt "KR Iontec" in der industriellen Produktion für Aufgaben wie Schweißen, Palettieren oder Montieren zum Einsatz. Doch als Leihgabe für das Staatstheater Augsburg tritt der Roboter des Augsburger Unternehmens Kuka nun auf einer Theaterbühne mit 17 Tänzerinnen und Tänzern in Verbindung. Der Fokus der Inszenierung liegt auf der Interaktion zwischen Mensch und Maschine. Technische Programmierung steht menschlichem Bewusstsein gegenüber. „Kinesphere“ heißt das Stück, das am 10. September Premiere feiert.

Die Aufführung sei als "innovative Ballett-Erfahrung" Teil der Virtual-Reality-Inszenierungen des Staatstheaters Augsburg, erläutern die Macher des Stücks. Die VR-Brillen würden deutschlandweit zum Publikum nach Hause geliefert. Es sei im Übrigen nicht das erste Mal, dass Kuka-Roboter außerhalb von Produktionshallen in der Kulturszene zum Einsatz kommen. So verbindet das "Ars Electronica Festival" im österreichischen Linz die Themenfelder Kunst, Technologie und Gesellschaft. Dabei zeigte unter anderem die Ausstellung „Kreative Robotik“ – eine Kooperation mit Kuka – die Industrieroboter abseits der Fabrikhallen und beschäftigte sich mit ihnen als Werkzeug kreativen Ausdrucks.

2019 habe der Choreograph und Tänzer Huang Yi während eines Festivals in Düsseldorf mit einem "Kr Cybertech" getanzt, erklärt das Unternehmen, und im Jüdischen Museum in Berlin habe ein Kuka-Roboter im Zuge einer Kunstinstallation mit Schreibfeder und Tinte in der Geschwindigkeit menschlicher Handschrift eine rund 80 Meter lange Papierrolle mit hebräischen Buchstaben beschrieben.

Nun tanzt der 533 Kilogramm schwere "KR Iontec" in Augsburg. Die eigens komponierte Musik stammt von Produzent und Sound-Artist Lilijan Waworka. Programmiert wird der Roboter von Markus Schubert, dessen Arbeiten als Creative Coder an der Schnittstelle von Kunst und Technik angesiedelt sind. Choreograf ist Ricardo Fernando. (pm/red)

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