Region: Augsburg Stadt

Welterbe-Info-Zentrum öffnet am Montag virtuell: Eine von 22 Stationen ist der Hochablass

Im Wesentlichen entspricht das heutige Erscheinungsbild des Hochablasses dem damaligen Zustand.

Das Welterbe-Info-Zentrum wird am Welttag des Wassers am Montag, 22. März, virtuell auf www.augsburg.de ab 11 Uhr eröffnet. Zugänglich für Besucher ist es aber noch nicht. Die Einrichtung am Rathausplatz soll, wenn es die Corona-Lage zulässt, kein Museum, sondern vielmehr eine Anlaufstelle für Gäste, Einheimische, Schulklassen und alle Interessierte sein, um einen Eindruck vom Augsburger Welterbe mit seinen 22 Welterbe-Objekten zu vermitteln.

Eines dieser Objekte ist der Hochablass, der seit jeher für den Beginn der Augsburger Wasserkraftnutzung steht. Passend dazu ist die Wehranlage auch die erste Station auf dem Modelltisch im Info-Zentrum. Dort sind, wenn es die Corona-Lage zulässt, auf einen Blick alle Stationen zu sehen, so dass sich die Besucher im Anschluss auf Erkundungstour begeben können.

Die heutige Wehranlage stammt bis auf wenige erneuerte technische Teile aus 1911/12. An ihr wird das Wasser des Lechs für die meisten Kanäle der Stadt abgezweigt. Das erste System zur Lechwasser-Einleitung nach Augsburg soll es laut einer Inschrifttafel am Wehr bereits im Jahr 1000 gegeben haben, Belege dafür gibt es jedoch nicht. Daher ist die Jahreszahl lediglich eine Schätzung. Urkundlich belegt hingegen ist ein erster Wehrdamm an der Stelle des heutigen Ablasses im Jahr 1346.

Das Wehr und die Gebäude wurden durch Kriege und Hochwasserschäden mehrmals zerstört und anschießend wieder erneuert. 1910 fiel das letzte hölzerne Wehr schließlich dem "Jahrhunderthochwasser" des Lechs zum Opfer. Seit dem Wiederaufbau 1911/12 ist die Anlage eine massive Stahlbetonkonstruktion und erstreckt sich über 145 Meter. Das Erscheinungsbild mit Fußgängersteg, Getriebehäuschen und Glockenturm entspricht im Wesentlichen dem damaligen Zustand, es gab aber bauliche Veränderungen in den 1930er und 1970er Jahren sowie 2012/13, als ein vollständig unter Wasser liegendes Wasserkraftwerk mit zwei Turbinen eingebaut wurde und seither 4000 Haushalte mit Strom versorgen soll. Zudem fanden am Wehr im Jahr 2017 Sanierungsarbeiten statt. (pb)

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