Region: Augsburg Stadt

Zurück aus dem Digitalen: Bezirk plant wieder Kultur vor Ort

DIe Unterbiberger Hofmusik tritt im September im Kloster Thiehaupten auf.

Sicher werde man künftig die digitalen Kulturangebote weiterhin ausbauen, sagte Bezirkstagspräsident Martin Sailer nach der Vorstellung des Bezirks-Kulturprogramms für die zweite Jahreshälfte. "Aber der Schwerpunkt bleibt das Museum vor Ort, die Veranstaltung vor Ort." Ganz so wie sonst wird das Programm in diesem Jahr wohl noch nicht ablaufen, dennoch freuten sich die Vertreter der unterschiedlichen Einrichtungen auf der Pressekonferenz darüber, dass in den kommenden Monaten wieder mehr Präsenz in Museen, Veranstaltungen und Konzerten möglich sein könnte.

Mit dem Programm in der zweiten Jahreshälfte wolle der Bezirk "ein Signal aussenden für die Kultur, für die Museen, für Musik und Kunst und auch für Nachhaltigkeit", sagte Sailer. Weiterhin befasst sich der Bezirk mit dem Jahresthema "Holz".

Das Museum Oberschönenfeld etwa geht mit drei Ausstellungen zum Thema in die zweite Jahreshälfte. Seit dem 13. Juni sind die Ausstellungen "Heinz hört auf. Von Drechslern, Schreinern und einem Neuanfang" und "Mein innerer Wald" mit Gemälden, Holzschnitte und Skulpturen von Norbert Kiening zu sehen. Ab 27. August gibt es in der Schwäbischen Galerie dann Skulpturen aus Holz und Bronze von Terence Carr, und ab 14. November stellt der Kunstpreisträger des Bezirks aus dem Jahr 2019, Christian Hörl, dort aus.

Auch das Museum Kulturland Ries hat sich das Jahresthema zu eigen gemacht und eine Ausstellung über die Beziehung des Menschen zum Holz entwickelt. Exponate stammen unter anderem aus Alltag, Handwerk, Industrie und Kunst. Zu sehen gibt es noch bis Oktober etwa Bernsteine, Skulpturen, eine Jukebox und eine Armprothese. Für Kinder hat das Museum neben Mitmachstationen auch einen Malwettbewerb gestartet. Das schönste "Traum-Baumhaus" soll auf dem Außengelände des Museums aufgebaut werden.

Das Schloss Höchstädt interpretiert das Thema Holz mit der Ausstellung "Märchenwald", die noch bis 10. Oktober zu sehen ist. Ulrich Styra, der auch für die weihnachtliche Märchenstraße in Augsburg verantwortlich ist, hat dafür bewegte Märchenszenen entwickelt. Außerdem werden "moderne Wolpertinger" im Schloss ausgestellt, etwa ein mit einer Antenne ausgestatteter Habicht.

Im Bauernhofmuseum Illerbeuren ist der Umzug einer historischen Holzsägemühle aus Hettisried fast abgeschlossen, der 2019 begonnen hat. Das Holzgebäude wurde abgebaut und in Illerbeuren wieder aufgebaut. Nun steht laut Museumleiter Bernhard Niethammer im September die Einweihung bevor.

Besonders freuten sich über die Rückkehr zu etwas normaleren Voraussetzungen Kulturmanager Matthias Hain und die Dirigentin des Jugendsinfonieorchesters Carolin Nordmeyer, die in der zweiten Jahreshälfte noch mehrere Konzerte geplant haben. Im Kloster Thierhaupten und im Schloss Höchstädt waren eigentlich bereits seit dem Frühjahr zwei Konzertreihen geplant. Er sei "glücklich, dass wir jetzt wenigstens noch zwei Konzerte anbieten können", sagte Hain. Das erste findet am 25. September in Thierhaupten statt, und zwar mit der Gruppe Unterbiberger Hofmusik, die bayerisches Liedgut auch mal mit Rhythmen aus Südamerika oder orientalischen Harmonien kombiniert. Am 9. Oktober spielt das Berlin Piano Trio im Rittersaal von Schloss Höchstädt Stücke von Haydn, Brahms, Martinů und Dvořák.

Das Jugendsinfonieorchester startet am 17. September mit einem "etwas verspäteten Geburtstagskonzert für Ludwig van Beethoven", so Nordmeyer, in seine dreitägige Konzertsaison. Eigentlich war das Konzert mit Beethovens fünfter Sinfonie bereits im vergangenen Jahr geplant, "wir spielen aber trotzdem", betonte Nordmeyer nun. "Ich zähle schon die Tage, bis es wieder weiter geht". Kombiniert wird Beethovens Sinfonie im Herbstkonzert mit Mauricio Kagels „10 Märsche, um den Sieg zu verfehlen“.

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