Region: Augsburg Stadt

Analyse des Augsburger Gesundheitsamts zeigt: Infizierte Kinder haben oft ungeimpfte Eltern

Das Gesundheitsamt und die Stadt Augsburg appellieren aktuell erneut an die Bürger, sich gegen Corona impfen zu lassen.

Laut einer Analyse des Augsburger Gesundheitsamtes infizieren sich Kinder und Jugendliche aktuell wohl dann besonders häufig mit dem Coronavirus, wenn mindestens ein Elternteil nicht oder nicht vollständig geimpft ist. Dieser Schluss ergibt sich wohl aus den Daten der letzten beiden Septemberwochen, die das Gesundheitsamt nun untersucht hat. Die Stadt nutzt die Ergebnisse der Analyse auch, um die Bürger zum Herbstbeginn erneut zur Corona-Impfung aufzurufen. Laut den bislang veröffentlichten Daten des Gesundheitsamts sind in der Stadt aktuell 61,8 Prozent der Einwohner vollständig geimpft.

Laut Gesundheitsamtsleiter Thomas Wibmer gab es bei fast allen Fällen der Kinder, die sich Ende September mit dem Virus infizierten, auch weitere infizierte Haushaltsmitglieder wie Eltern, Großeltern oder Geschwister. Auffällig sei außerdem: "In 65 Prozent der Haushalte, in denen Corona-Fälle bei Minderjährigen auftraten, war mindestens eine erwachsene Person nicht oder nicht vollständig geimpft", so Wibmer. In der Altersgruppe der Zwölf- bis 15-Jährigen war dieser Zusammenhang noch stärker ausgeprägt. "Dort gab es in 77 Prozent der Fälle erwachsene Haushaltsmitglieder ohne vollständigen Impfschutz."

Zusammenhang ist "sehr auffällig"

Ob in einem Haushalt eher Eltern die Kinder anstecken oder umgekehrt sei zwar selten sicher zu klären, betont der Mediziner. Es sei aber "sehr auffällig", dass infizierte Minderjährige in "derart vielen Fällen" mit nicht vollständig geimpften Erwachsenen in einem Haushalt lebten. "Auf einen Nenner gebracht heißt das, dass wir vor allem dann positive Fälle bei Kindern und Jugendlichen sehen, wenn die Eltern nicht geimpft sind“, schließt Wibmer aus den Daten.

Aus Sicht des Augsburger Gesundheitsamtes besteht damit aktuell die Gefahr, dass nicht oder nicht vollständig geimpfte erwachsene Familienmitglieder in dieser Phaser der Pandemie als "Brandbeschleuniger" wirken könnten. Das stelle dann auch für die Schulen und Kitas, die Kinder aus diesen Haushalten besuchen, ein zusätzliches Risiko dar. Ein hohes Risiko, sich zu infizieren, bestehe aber natürlich auch für die ungeimpften Erwachsenen selbst, betont der Gesundheitsamtsleiter. Die Analyse habe auch gezeigt, dass "manche Eltern von infizierten Kindern und Jugendlichen im Krankenhaus behandelt werden müssen – zum Teil sogar intensivmedizinisch."

Gesundheitsamt und Stadt raten erneut zur Impfung

Der Mediziner nutzte diese Gelegenheit deshalb auch dazu, allen Eltern und Großelter "dringend" zu raten, "sich jetzt impfen zu lassen und keine Risiken einzugehen, die mit einer Infektion für sich selbst und andere entstehen." Umso wichtiger sei dies, wenn die betreuten Kinder eine Schule oder Kita besuchen.

Auch die Stadt Augsburg versucht weiterhin, mehr Menschen für die Vorteile der Corona-Impfung zu sensibilisieren. Inzwischen seien in den Kitas und weiterführenden Schulen aber auch bei Vereinen oder anderen Einrichtungen Plakate und Info-Flyer in acht Sprachen aufgehängt beziehungsweise verteilt worden, berichtet die Stadt. Oberbürgermeisterin Eva Weber legt in einer Pressemitteilung allen Bürgern eine Impfung ans Herz. "Wir haben in Augsburg aktuell eine Impfquote von etwa 62 Prozent", wird Weber zitiert. "Das ist ein guter Ansatz, aber er reicht noch nicht. Denn das Risiko für ungeimpfte Personen, sich selbst und andere mit dem Corona-Virus anzustecken, ist immer noch viel zu hoch." Durch die Impfkampagne wolle die Stadt alle Menschen erreichen, die sich impfen lassen können. Das beinhalte Jugendliche ab zwölf Jahren und junge Erwachsene, aber vor allem auch Eltern, Großeltern und das Personal der Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen. (pm)

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