Region: Augsburg Stadt

Augsburg feiert Friedensfest: Dezentrale Picknicks statt großer Friedenstafel

Heuer wird anders gefeiert: Statt zur großen Friedenstafel auf dem Rathausplatz, sollen sich die Augsburger zu dezentralen Friedenspicknicks treffen.

Das Hohe Friedensfest am 8. August steht in diesem Jahr unter dem Motto "Fürsorge". Intensiv befasste sich mit diesem Thema das mehrwöchige Kulturprogramm mit rund 70 Veranstaltungen, das dem Augsburger Feiertag vorausging und am Wochenende zu Ende geht.

„Das Interesse an der Auseinandersetzung mit diesem wichtigen Thema war bemerkenswert", sagt Christiane Lembert-Dobler, Leiterin des Friedensbüros der Stadt, die für das Programm verantwortlich ist. Das Thema der Fürsorge im weitesten Sinne würde vielen unter den Nägeln brennen. "Wir konnten interessante Facetten der Fürsorge in ganz unterschiedlichen Formaten aufzeigen und hoffen, dass die Ideen und Anstöße weitergetragen und bestenfalls umgesetzt werden“, so Lembert-Dobler.

Seit dem Jahr 1650 erinnert das Hohe Friedensfest mit einer nahezu lückenlosen Tradition an die nach dem 30-jährigen Krieg wiedererlangte konfessionelle Gleichstellung der protestantischen Christen, denen man die Ausübung ihres Glaubens untersagt hatte. Der Kern dieser Geschichte ist zeitlos aktuell und aus ihm leitet sich auch das heutige Verständnis der Friedensstadt ab: Niemand soll mehr aufgrund seiner Religion oder Herkunft ausgeschlossen werden. „Die Augsburgerinnen und Augsburger sind zu Recht stolz auf ihren bundesweit einzigartigen Feiertag. Wir als Stadt sehen ihn als Auftrag und Ermutigung, das friedliche Zusammenleben aller Bürgerinnen und Bürger kontinuierlich zu gestalten“, sagt Oberbürgermeisterin Eva Weber.

Aufgrund der Corona-Pandemie muss das Miteinander einer offenen und toleranten Stadtgesellschaft bei der großen Friedenstafel auf dem Rathausplatz heuer jedoch ausfallen. Das Friedensbüro lädt die Augsburger aber dazu ein, kleinere Friedenspicknicks mit der Familie, der Hausgemeinschaft oder dem Freundeskreis zu veranstalten. So laden für die Zeit von 11 bis 18 Uhr der Runde Tisch Soziales und das Quartiersmanagement Oberhausen zum Nachbarschaftsfest am Friedensplatz in Augsburg-Oberhausen ein.

Stadt gibt gebackene Friedenstauben aus

Ein verbindendes Moment für die Picknicks sind die gebackenen Friedenstauben, die es sonst üblicherweise als symbolisches Geschenk der Stadt an die Besucher der Friedenstafel gibt. Das Gebäck kann stattdessen jeweils ab 12 Uhr am Rathausplatz, am Brunnen bei der Kirch St. Jakob, auf der Liegewiese im Wittelsbacher-Park, am Flößerpark an der Lechbrücke sowie der Grillwiese im Siebentischwald abgeholt werden.

Eine weitere Verbindung der Picknicks soll über das Internet gelingen. Bilder der Picknicks, die mit "#friedenteilen" auf Instagram und Twitter veröffentlicht oder mit @friedensstadt.augsburg verlinkt werden, sollen im Anschluss unter www.augsburg.de/friedenteilen als digitale Friedenstafel vereint werden.

Friedensgebet im Annahof

Eingeleitet wird der Feiertag am Vorabend mit einem multireligiösen Friedensgebet, zu dem Vertreter der Augsburger Religionsgemeinschaften am 7. August um 19 Uhr in den Annahof einladen. Der Ökumenische Festgottesdienst findet dann am 8. August um 10 Uhr in der Annakirche unter Mitwirkung des Madrigal- und Posaunenchores statt. Im Anschluss daran werden gegen 11.30 Uhr die Friedensgrüße von Oberbürgermeisterin Eva Weber und den Religionsgemeinschaften auf dem Annahof übermittelt und mit Musik des Uli Fiedler Trios umrahmt.

Wer bei den Friedensgrüßen dabei sein möchte, kann Plätze über friedensstadt-augsburg.reservix.de/events reservieren – auch auf der Terrasse des Anna Cafés, das zu diesem Anlass geöffnet hat. "Die Friedensgrüße und das Friedensgebet finden bei jedem Wetter statt", teilt die Stadt mit.

Den musikalischen Schlusspunkt am Hohen Friedensfest setzt das Festkonzert in der Kirche St. Anna mit Werken von Johann Sebastian Bach mit dem Münchner Bach-Trompetenensemble, der Capella St. Anna und dem Augsburger Motettenchor unter der Leitung von Christian Barthen.

Das Kinderfriedensfest findet in diesem Jahr nicht als großes Ereignis im Zoo und Botanischen Garten statt, sondern mit kleineren, dezentralen Workshops und Aktionen in der gesamten Vorwoche bis zum Hohen Friedensfest. Am Feiertag selbst gibt es zum Beispiel die Möglichkeit, die Arbeit der Malteser kennen zu lernen. Im Botanischen Garten gibt es einige Angebote, auch das Märchenzelt ist mit einem Beitrag beteiligt und sogar das große, aus Menschen gestellte Peace-Zeichen soll unter Einhaltung der Abstandsregeln entstehen. Alle Angebote des Kinderfriedensfests bis zum 8. August gibt es auf der Ferienprogramm-Webseite der Kommunalen Jugendarbeit, www.tschamp.de. (pm/pb)

Kommentare

Anmelden um Kommentare zu schreiben
 


X