Region: Augsburg Stadt

Augsburg in klein: Miniaturmodell im Rathaus soll Besuchern die Orientierung erleichtern

Augsburg in klein: Ein vom Rotary Club Augsburg-Fuggerstadt gestiftetes Miniatur-Tastmodell der Augsburger Innenstadt steht nun am Eingang des Rathauses und soll Besuchern, gerade Menschen mit Sehbehinderung, die Orientierung erleichtern. Aufgrund der Corona-Lage ist das Rathaus derzeit für Besucher geschlossen.

Ein Miniaturmodell der Augsburger Innenstadt gibt es im Rathaus zu sehen. Mit dem vom Rotary Club Augsburg-Fuggerstadt gestifteten Bronzerelief können Besucher die Stadt auf neue Art erkunden, wenn das Rathaus wieder für Besucher öffnen darf. Derzeit hat es aufgrund des Infektionsgeschehens geschlossen.

Die Nachbildung zeigt den Stadtkern, vom Augsburger Dom bis zur Basilika St. Ulrich und Afra, die drei Prachtbrunnen und auch die Wassertürme am Roten Tor und die Fuggersiedlung sind abgebildet. Das Relief aus Bronze ist im Maßstab 1:1000 angefertigt und damit insgesamt etwa 2,40 Meter auf 1,40 Meter groß. "Das Miniaturmodell ermöglicht es blinden Menschen, die Straßen, Wege und Gebäude der Augsburger Innenstadt zu ertasten; Handdesinfektionsmittel steht am Eingang bereit", sagen die Verantwortlichen der Stadtverwaltung. Menschen ohne Sehbehinderung können sich dank des Modells einen Blick „von oben“ verschaffen. Besondere Gebäude sind beschriftet, sowohl in lateinischer als auch in Brailleschrift. Das Modell wurde genordet aufgestellt, sodass es exakt die reale Lage der Innenstadt widerspiegelt. Es steht nach dem Haupteingang rechts und soll auch für Touristen eine Orientierungshilfe sein.

Tastmodell für Menschen mit Sehbehinderung

Das Bronzemodell wurde vom Rotary Club Augsburg-Fuggerstadt gestiftet. Clubpräsidentin Anja Marks-Schilffarth übergab es im Unteren Fletz des Rathauses an Oberbürgermeisterin Eva Weber. „Ein tolles Projekt, nicht nur für Besucherinnen und Besucher der Stadt, sondern für die ganze Stadtgesellschaft", freut sich die Rathauschefin über die neue Sehenswürdigkeit. Auch die Vorsitzende des Behindertenbeirats, Claudia Nickl, betont: „Blinde Menschen und Menschen mit Sehbehinderung fühlen sich oft ausgegrenzt. Das Blindentastmodell wird bei ihnen sicher für Begeisterung sorgen.“

Angefertigt wurde das Blindentastmodell von den Bildhauern Egbert und Felix Broerken aus Westfalen. Vater und Sohn haben solche Bronzenachbildungen bereits für mehr als einhundert Städte weltweit angefertigt. Die Stadtmodelle entstehen im Wachsausschmelzverfahren, einer alten handwerklichen Kunst, die Detailtreue und Unverwüstlichkeit des bronzenen Reliefs garantiert. (pm)

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