Region: Augsburg Stadt

Augsburg und Königsbrunn mit Schienen verbunden: Fortschritt bei Verlängerung der Linie 3

Die letzte Schweißnaht zwischen Augsburg und Königsbrunn ist gesetzt: Mit dem sogenannten Thermit-Schweißverfahren werden die Schienen untrennbar verbunden. Zuvor muss der Schienenstahl mittels Heißluft aus den gelben Schläuchen auf auf 23 Grad erwärmt werden.

Augsburg und Königsbrunn sind nun mit Schienen verbunden. Ab 2021 soll die Linie 3 darauf fahren.

Bei der Erweiterung der Straßenbahnlinie 3 von Augsburg nach Königsbrunn im Landkreis ist nun ein weiterer symbolischer Meilenstein geschafft: Alle Gleise in Augsburg sind seit Donnerstag verlegt und mit den Gleisstücken in Königsbrunn verschweißt. Damit sind die beiden Nachbarstädte nun mit Schienen verbunden. In Königsbrunn selbst fehlen noch Gleisabschnitte, die bis Ende März fertiggestellt werden sollen. Die Stadtwerke haben im Oktober 2019 mit dem Bau des Projekts begonnen. Trotz Corona liege man gut im Zeitplan, heißt es von der Verkehrsgesellschaft nun. Es sei geplant, die Strecke im Dezember 2021 in Betrieb zu nehmen.

Die Verlängerung der Linie 3 ist ein Gemeinschaftsprojekt der beiden Nachbarstädte Augsburg und Königsbrunn, des Landkreises Augsburg und der Stadtwerke. Die Stadtwerke Augsburg geben für den Ausbau rund 52 Millionen Euro aus. Die Straßenbahn soll künftig von der bisherigen Endhaltestelle "Haunstetten West P&R" bis zum Zentralen Omnibusbahnhof in Königsbrunn führen. Insgesamt 4,6 Kilometer neue Gleise werden dafür verlegt.

Verbunden sind die Städte aber bereits jetzt: Alle Gleise in Augsburg sind verlegt und seit Donnerstag auch mit dem Teilstück in Königsbrunn verschweißt. Diese symbolische Schweißnaht war für die Baufirma bei den niedrigen Temperaturen eine Herausforderung: Wie die Stadtwerke erklären, mussten die Stahlgleise zunächst auf die sogenannte "Verspannungstemperatur" von 23 Grad vorgeheizt werden. Denn nur bei dieser Temperatur ist ein Meter Schiene auch tatsächlich einen Meter lang. Bei kälteren oder wärmeren Temperaturen zieht sich der Stahl entsprechend zusammen oder dehnt sich aus.

Doch nicht nur bei der Temperatur ist Präzision gefragt: Um die optimale Dicke der Schweißnaht zu erreichen, muss der Spalt zwischen den Gleisstücken exakt 24 bis 26 Millimeter breit sein. Dieser Spalt wird dann von einer Form aus Schamottsteinen dicht umschlossen, während Thermit in den Spalt gefüllt wird. Dabei entstehen Temperaturen von bis zu 2400 Grad, die die Gleisstücke fest miteinander verbinden. Insgesamt werden für die Strecke von Augsburg nach Königsbrunn über 300 jeweils 15 Meter lange Gleisstücke so verbunden.

Anfang des kommenden Jahres sollen die Arbeiten mit dem Baubeginn für die neuen Haltestellen weitergehen. Neben zwei Haltestellen, die umgebaut werden, entstehen auch sechs komplett neue Haltepunkte. Die Stadtwerke rechnen damit, dass die Strecke dann im September 2021 vollständig fertig sein wird. Nach Probefahrten und technischen Abnahmen sollen dann die ersten Bahnen im Dezember 2021 in 30 Minuten vom Königsplatz Augsburg nach Königsbrunn rollen.

An den späteren Betriebskosten werden sich auch die Stadt Königsbrunn und der Landkreis Augsburg beteiligen. Geplant ist ein 15-Minuten-Takt für die Strecke nach Königsbrunn, der am Wochenende auf einen 20- oder 30-Minuten-Takt reduziert wird.

Der Ausbau der Linie 3 ist Teil des Projekts "Mobilitätsdrehscheibe", das aus fünf Teilprojekten besteht. Bereits abgeschlossen sind der Bau der Linie 6 und des neuen Königsplatzes. Zwei weitere Projekte führen in der Politik und der Stadtgesellschaft noch regemäßig zu Diskussionen: Nach aktuellem Stand soll der umgebaute Hauptbahnhof im Jahr 2023 eröffnen. Über den Start des Genehmigungsverfahrens für die Linie 5 stimmt der Stadtrat in seiner kommenden Sitzung am Donnerstag ab. (pm/lat)

Korrektur: Die Stadtwerke Augsburg haben ihre ursprüngliche Meldung am 14. Dezember korrigiert. Die Gleistrasse ist noch nicht, wie zunächst berichtet, vollständig fertig gestellt. Abgeschlossen ist lediglich die Verbindung von der bisherigen Augsburger Endhaltestelle "Haunstetten West P&R" bis zur Kreuzung Völlstraße in Königsbrunn. Der Artikel wurde entsprechend angepasst.

Kommentare

Anmelden um Kommentare zu schreiben

 


X