Region: Augsburg Stadt

Im Augsburger Bahnhofstunnel werden nun die Gleise verlegt

Die ersten Weichen sind gestellt: Am Augsburger Hauptbahnhof hat der Gleisbau im Tunnel gestartet.

Im neuen Straßenbahntunnel am Augsburger Hauptbahnhof werden nun die Gleise verlegt. Laut den Stadtwerken Augsburg können wohl ab 2023 die Straßenbahnlinien 3 und 4 unterirdisch am Hauptbahnhof halten und danach im Tunnel wenden. Die Linie 6 wird voraussichtlich erst 2026 durch den Tunnel fahren, ebenso wie die geplante Linie 5, für die erst noch die Trasse gebaut werden muss.

Seit rund sechs Jahren laufen inzwischen die Arbeiten am Bahnhofstunnel, der ein Gemeinschaftsprojekt der Stadtwerke Augsburg, der Deutschen Bahn und der Stadt Augsburg ist. Kostensteigerungen von 70 auf geschätzt bis zu 250 Millionen Euro und Bauverzögerungen führten in der Vergangenheit auch zu Diskussionen in der Stadtpolitik. Inzwischen läuft laut den Stadtwerken aber zumindest beim Bau alles rund, man befinde sich im Zeitplan.

Auf der Westseite der Bahnhofs sind nun die ersten Gleisstücke für den Tunnel angeliefert worden. Die Gleise im circa 350 Meter langen, westlichen Teil des Tunnels inklusive der Wendeschleife werden laut den Stadtwerken voraussichtlich im Februar fertig verlegt sein. Dann sollen der Vorplatz West an der Rosenaustraße, das Kernstück des Tunnels inklusive der unterirdischen Straßenbahnhaltestelle sowie der östliche Tunnelbereich in Richtung der Innenstadt folgen. Teilweise parallel zum Gleisbau beginnt auch der Einbau der Aufzüge, Fahrtreppen und der gesamten Gebäude- und Sicherheitstechnik.

Die unterirdische Baustelle birgt einige Herausforderungen, denn im Tunnel ist weniger Platz als auf einer überirdischen Baustelle. Große Bauteile wie die Weichen können nur mit kleinen Mobilkränen und Teleskopstaplern bewegt werden. Auch für weitere große Baugeräte müssen Lösungen gefunden werden, weil diese nicht in den Tunnel passen. "Der Beton für das Einbetonieren der Gleiströge wird zum Beispiel über Schlauchleitungen zur Einbaustelle in der Wendeschleife gepumpt", erklärt Oberbauleiter Thomas Weinl. Die große Betonpumpe steht dabei am westlichen Tunnelportal.

Auch der Bau über die Wintermonate könnte laut den Stadtwerken für Probleme sorgen. Arbeiten wie das Schweißen oder Einbetonieren der Schienen können bei Temperaturen unter fünf Grad nicht mehr erledigt werden. Zwar können Bauteile bei niedrigen Temperaturen mit einem Zelt überbaut und gegebenenfalls beheizt werden, doch trotzdem könnte der Winter auch für Verzögerungen im Bauablauf sorgen. "Aktuell liegen wir genau im Zeitplan, aber natürlich kann das Wetter den ganzen Bauablauf beeinflussen“, sagt Weinl.

Geplant ist allerdings, dass ab 2023 die ersten von später drei geplanten Straßenbahnlinien die unterirdische Haltestelle am Hauptbahnhof nutzen können. Die Linie 3 und 4 werden an der Wendeschleife im Tunnel wenden und dann wieder zurück in Richtung Innenstadt fahren. Auch der neue Fußgängertunnel, der von Westen in den Hauptbahnhof führt, soll dann bereits nutzbar sein.

Die Linie 6 und die geplante Linie 5 zum Uniklinikum sollen voraussichtlich erst ab 2026 durch den Tunnel fahren. Für den ersten Abschnitt der neuen Trasse der Linie 5 wurden Ende 2020 die Genehmigungsunterlagen bei der Regierung von Schwaben eingereicht. (lat)

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