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AVV erhöht Preise zum 1. Juli: Zeitkarten und Abos werden um 3,2 Prozent teurer

Der AVV erhöht zum 1. Juli seine Preise. Rund 3,2 Prozent teurer sollen die Tickets im Durchschnitt werden.

Fahrten im öffentlichen Nahverkehr werden zum 1. Juli teurer. Das hat Linda Kisabaka, Geschäftsführerin des Augsburger Verkehrs- und Tarifverbunds (AVV), am Dienstag im Zuge eines Pressegesprächs bekannt gegeben. 3,2 Prozent betrage die Preiserhöhung durchschnittlich, sie soll aber nicht alle Tickets betreffen. Denn die Gelegenheitsfahrer, die als Verlierer der Tarifreform 2018 galten, sollen diesmal zumindest nicht weiter belastet werden. Darüber hinaus verkündet Kisabaka auch ein paar neue Entwicklungen für Schüler und AVV-Kunden, die den Nahverkehr wieder attraktiver machen sollen.

Während der Corona-Pandemie waren die Fahrgastzahlen im AVV stark zurückgegangen. Einen Rückgang um rund 30 Prozent verzeichnete der Verbund Anfang des Jahres. Dieser Trend habe sich in den vergangenen Monaten fortgesetzt, berichtet Kisabaka am Dienstag. So habe man nun einige "extrem attraktive Angebote" geschaffen. Für Schüler soll ab dem 1. August das 365-Euro-Ticket kommen. Damit sollen Schüler und Auszubildende für 365 Euro das ganze Jahr hindurch im gesamten Verbundgebiet den Nahverkehr nutzen können. Das Pilotprojekt wird bis 2023 vom Freistaat bezuschusst und soll junge Menschen für den Öffentlichen Nahverkehr begeistern.

Zudem wurden bereits zum 1. Januar die Extra-Tickets für den Nachtbus abgeschafft. Fahrgäste können diesen also ohne Aufpreis mit ihrem Abo, ihrer Wochen-, Monats- oder Tageskarte nutzen. Bislang fahre der Nachtbus zwar pandemiebedingt nicht, so Kisabaka, doch sobald das Nachtleben in Augsburg wieder beginne, gelte dann auch das Angebot.

Weiterhin wolle man auch AVV-Stammkunden belohnen, die zusätzlich das Car-Sharing der Stadtwerke nutzen. Bereits seit 1. Mai erhalten diese monatlich von AVV und Freistaat einen Zuschuss von 7 Euro. Auf diese Weise wolle man "verkehrsträgerübergreifend noch mehr Mobilität und Flexibilität" ermöglichen.

Nach diesen guten Neuigkeiten geht Kisabaka zu den weniger guten über: der Tariferhöhung, die eigentlich bereits zum 1. Januar geplant war. Wie schon 2020 habe man die Tarifanpassung auf Wunsch der Aufgabenträger um sechs Monate verschoben und sie tritt nun zum 1. Juli in Kraft. Die Mindereinnahmen von 1,17 Millionen Euro, die dem Verkehrsverbund dadurch entstanden sind, übernehmen die Aufgabenträger, also die Stadt Augsburg sowie die Landkreise Augsburg, Aichach-Friedberg und Dillingen. Grund für die Erhöhung seien besonders gestiegene Personalkosten, denn man wolle weiterhin faire Löhne zahlen. Hinzu kämen Kosten für Fahrzeuge und Material. „Als Verbund ist es unsere Aufgabe, dafür Sorge zu tragen, den öffentlichen Personennahverkehr in unserer Region langfristig leistungsfähig, umweltfreundlich und zukunftssicher aufzustellen", erklärt die AVV-Geschäftsführerin. "Die Aufrechterhaltung und der Ausbau unserer Angebote sind mit stetig steigenden Kosten verbunden, an denen wir die Fahrgäste regelmäßig in einem gewissen Umfang beteiligen müssen." Die Anpassung der Tarife diene dabei ausschließlich zur Deckung der gestiegenen Kosten der Verkehrsunternehmer.

Die nun geplante Preissteigerung sei jedoch "moderat", sagt Kisabaka. Der Anstieg liege bei durchschnittlich 3,2 Prozent. Tagestickets etwa sollen im Schnitt rund 30 Cent mehr kosten, Wochen- und Monatskarten ein bis zwei Euro mehr, Mobil-Abos sollen um 1,50 bis 2,50 Euro erhöht werden. Um Gelegenheitsfahrer zu entlasten, sollen sogenannte "Bartarife", also Kurzstreckentickets, Einzelfahrten und Streifenkarten nicht teurer werden.

Ob sie die Befürchtung habe, dass im Zuge der Tariferhöhung nun weitere Abo-Kunden abspringen werden, fragt zum Abschluss des Pressegesprächs ein Journalist. "Sollte das der Fall sein", sagt Kisabaka, "so gehen wir nicht davon aus, dass es an der Tariferhöhung liegt, sondern am veränderten Nutzungsverhalten." Der AVV müsse sich langfristig Gedanken machen, wie er auf dieses seit der Pandemie andere Fahrgastverhalten reagieren wolle. "Das werden wir in den kommenden Monaten beobachten und dann entscheiden, welche weiteren Angebote sinnvoll sind."

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