Region: Augsburg Stadt

Bürgerdialog zum Stadtsommer 2021: Maxstraße soll wieder gesperrt und ein Pfandsystem eingeführt werden

Ruhige Nächte dank Straßensperre: Die temporäre Sperrung der Augsburger Maximilianstraße reduzierte den Lärm im vergangenen Sommer deutlich. Daher soll die Maßnahme auch im "Stadtsommer 2021" fortgeführt werden.

Der Stadtrat befasst sich am 19. März mit dem Konzept für einen "Stadtsommer 2021". Vorab fand ein Gespräch mit den Anwohnern in der Maximilianstraße statt.

Vertreter der Stadtverwaltung sowie Ordnungsreferent Frank Pintsch, Kulturreferent Jürgen Enninger und der Polizeidirektor der Inspektion Augsburg-Mitte haben kürzlich mit Anwohnern der Maximilianstraße über die Situation im vergangenen Sommer sowie die Gestaltung und mögliche Konzepte für den "Stadtsommer 2021" gesprochen.

Einigkeit herrschte dabei weitestgehend darüber, dass die vorübergehende Sperre der Maxstraße im vergangenen Sommer erheblich zur Lärmreduzierung beigetragen habe. Daher soll die Straße auch heuer wieder für den Verkehr gesperrt werden. Denn gerade die Tuning-Szene sorgt für Unmut bei den Anwohnern. Eigentlich gilt dort ein Tempolimit von 20 Stundenkilometern, welches allerdings regelmäßig deutlich überschritten werde. Zusätzlich wird der dadurch entstandene Lärm noch durch das Kopfsteinpflaster verstärkt. Daher könnten Anwohner nachts ihre Fenster nie offen lassen und trotzdem ruhig schlafen. "Das muss sich ändern", lautet das Fazit der Teilnehmer des Bürgergesprächs.

"Es ist zu laut, zu schmutzig und zu rücksichtslos in der Nacht", echauffiert sich ein Anwohner und macht deutlich: "Die Sauferei um den Herkulesbrunnen ist entsetzlich". Aufgrund des historischen Erbes hätte die Straße die Bezeichnung "Party-Meile" nicht verdient. Daher müsse die Lebensqualität verbessert werden.

Dass die Stadt im vergangenen Sommer Plastikmöbel am Weltkulturerbe Herkulesbrunnen aufgestellt hat, kam bei den Bewohnern der Straße schlecht an. Der geplante Sandstrand am Ulrichsplatz wäre "das Allerletzte". Vielmehr wünschen sich die Bürger kulturelle Veranstaltungen, die der Qualität der Straße angemessen sind, wie etwa Lesungen, Klassik und die Bespielung von Innenhöfen. Vor allem für Kinder wünschen sich die Anwohner mehr Angebote und zusätzliche grüne Akzente sollen gesetzt werden.

Für Diskussionen sorgte aber auch das Müllaufkommen. "Wenn ich Sonntagfrüh in die Kirche gehen will und durch den Dreck muss, das ist ekelhaft", beschreibt ein Bürger die Situation, wenn man die Folgen der vorangegangenen Nacht in Form von Essensresten, Erbrochenem und Müll nur allzu deutlich erkennen könne. Die Bürger forderten daher mehr Mülleimer und ein nachhaltiges Pfandsystem sowie die Überprüfung der Dauer des To-Go-Verkaufs. Bis 0 Uhr durfte die Gastronomie Getränke zum Mitnehmen anbieten. „Ein Alkoholverbot, wie es zum Teil auch von den Anwohnenden angesprochen wurde, halte ich aber für falsch. Wir sind ein freies Land und eine freie Gesellschaft, in der Essen und Trinken im öffentlichen Raum erlaubt ist", betont Ordnungsreferent Frank Pintsch jedoch.

Ein Pfandsystem müsse auf freiwilliger Basis stattfinden und könne nicht gegen den Widerstand der Gastronomie eingeführt werden. Ein Förderprogramm könnte die Umsetzung eines selbstverpflichtenden Pfands unterstützen.

Eine Entscheidung über die Maßnahmen und das Konzept für den Stadtsommer 2021 muss der Stadtrat treffen, der sich am Freitag, 19. März, mit der Thematik befassen wird. (pb)

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