Region: Augsburg Stadt

Bürgerumfrage: Jeder fünfte Augsburger bangt während der Pandemie um seinen Arbeitsplatz

95,8 Prozent der Augsburger leben gern in der Fuggerstadt. 19,4 der Befragten gaben jedoch bei der Bürgerumfrage im vergangenen Jahr an, während Corona eine generelle Unsicherheit bezüglich ihres Arbeitsplatzes zu verspüren.

Wie zufrieden die Augsburger mit den im Zuge der Corona-Pandemie wichtigen Themen Home-Office, Home-Schooling und Kinderbetreuung sind, zeigt die aktuelle Bürgerumfrage. Die Bürger der Stadt waren von Ende Juli bis Mitte September vergangenen Jahres aufgerufen, an der mittlerweile zehnten Bürgerumfrage mit dem thematischen Schwerpunkt „Corona“ teilzunehmen.

Gemeinsam mit der Universität Augsburg führt das städtische Amt für Statistik seit 2003 alle zwei Jahre eine repräsentative Umfrage durch. Die Ergebnisse sollen der Verwaltung ermöglichen, "bürgernah und zielorientiert auf die Bedürfnisse der Stadtgesellschaft einzugehen", so die Stadt. Insgesamt fast 75 000 Fragebögen wurden im Rahmen der zehn Umfragen verschickt, wovon rund 20 000 Bögen, etwa 26,5 Prozent, ausgefüllt zurückkamen.

An der aktuellen Erhebung beteiligten sich 3525 Augsburger. Davon gaben 95,8 Prozent an, gerne in Augsburg zu leben, wobei dieser Wert im Vergleich zur Bürgerumfrage 2019 leicht um 1,4 Prozentpunkte gesunken ist.

Bei der Frage nach der Zufriedenheit mit verschiedenen Angeboten und Einrichtungen in Augsburg, werden mit 92,5 Prozent vor allem die allgemeinen Einkaufsmöglichkeiten, das gastronomische Angebot (89,6 Prozent) und die Naherholungsmöglichkeiten (89,2 Prozent) als sehr beziehungsweise eher zufriedenstellend angegeben. Im Gegensatz dazu sind für die Befragten die Bereiche öffentliche Toiletten (66,9 Prozent), die Anzahl der Parkplätze für Autos (55,1 Prozent), die Anzahl der Stellplätze für Fahrräder (54,5 Prozent) und das Radwegenetz (52,2 Prozent) eher unzufriedenstellend.

Die Geschichte der Stadt Augsburg wird auch in der aktuellen Umfrage mit 94,8 Prozent als größte Stärke der Stadt genannt und liegt in dieser Kategorie damit bei allen zehn bisherigen Umfragen auf Rang Eins. Als weitere Stärke schätzen die Augsburger mit 89,7 Prozent die Lebensqualität ein.

Als große Schwächen und große Probleme sehen die Bürger, wie bereits in den vergangenen Umfragen, die Grundstücks- und Immobilienpreise (58,7 Prozent) und die Mietkosten (42,0 Prozent). Als weiteres Problem nennen die Befragten mit 41,3 Prozent zudem den Verkehr.

Im Fokus der aktuellen Umfrage stand jedoch die Corona-Pandemie und wie diese sich auf das Arbeitsleben und die Kinderbetreuung ausgewirkt hat. Knapp über die Hälfte der Erwerbstätigen gab bei der repräsentativen Umfrage an, dass ihre Aufgaben im Home-Office erledigt werden können, wohingegen Home-Office für ein Viertel keine Option darstellt.

Zudem habe sich die Pandemie für zwei Drittel der Erwerbstätigen auf ihre berufliche Situation ausgewirkt. Die häufigsten Auswirkungen waren laut dem Amt für Statistik mit 28,5 Prozent Überstunden, Einkommensverluste (20,7 Prozent) sowie eine generelle Unsicherheit bezüglich des Arbeitsplatzes (19,4 Prozent). Für 11,8 Prozent der Befragten haben sich die Arbeitsbedingungen im Laufe der Pandemie hingegen verbessert. Das soll jedoch ausschließlich auf Befragte zutreffen, die ihre Aufgaben von Zuhause aus erledigen können.

Zum ersten Lockdown ab Mitte März 2020 ordnete die Staatsregierung eine Schließung von Schulen und Kindertageseinrichtungen an. Je stärker die Befragten in Augsburg von den Schulschließungen betroffen waren, desto häufiger empfanden sie diese Maßnahme zur Bekämpfung der Corona-Pandemie als unangemessen, so das Amt für Statistik. Nur 26,8 Prozent der stark Betroffenen empfanden die Maßnahme als angemessen. Ging die eigene Belastung durch die Schulschließung zurück, befürworteten immer mehr Augsburger die Maßnahme. 78,4 Prozent der Befragten gaben an, dass ihr Alltag durch Home-Schooling eingeschränkt wurde.

Ein ähnliches Bild zeichnet sich auch bei den Kita-Schließungen ab. Mehr als die Hälfte der Befragten fühlten sich dadurch sehr stark eingeschränkt und von diesen Personen befürworteten 29,8 Prozent die Maßnahme. 65,9 Prozent übernahmen die Betreuung während der Kita-Schließungen selbst.

Eine detaillierte Auswertung aller Umfragen findet sich im Internet unter augsburg.de/buergerservice-rathaus/rathaus/statistik-stadtforschung/buergerumfrage. (pb)

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