Region: Augsburg Stadt

Corona-Krise: Ehrenamtliche Retter an der Grenze des Möglichen

162 Einsätze mit rund 400 Stunden Arbeitsaufwand haben die Ehrenamtlichen der Johanniter seit Bereitstellen zusätzlicher Transportkapazitäten Ende Oktober absolviert.

Die Johanniter in Augsburg stellen seit Ende Oktober auf Abruf beziehungsweise Anforderung zusätzliche Transportkapazitäten in Form eines Krankentransportwagens im Stadtbereich. "Aufgrund der aktuellen Lage übersteigt das reguläre Transportaufkommen beinahe täglich die Grenzen des Möglichen", teilt die Hilfsorganisation mit. Diese zusätzliche Bereitstellung werde zudem nicht von hauptamtlichen Mitarbeitern des Rettungsdienstes sichergestellt, sondern sei eine rein ehrenamtliche Leistung.

Seit Beginn der Bereitstellung sei pro Tag eine Rettungsdienstschicht durch das Zusatzfahrzeug unterstützt worden. Es kam jedoch vor, dass an Spitzenlasttagen bis zu drei weitere Fahrzeuge, mit jeweils zwei ausgebildeten Ehrenamtlichen, Dienst getan haben. Insgesamt wurden somit 162 Einsätze in 299 Stunden ehrenamtlich geleistet. Zu der reinen Einsatzzeit müssen noch etwa 100 Stunden für Nachbereitungszeit, Materialnachrüstung sowie Hygiene- und Lagerarbeiten hinzugerechnet werden. Dieser Zusatzbedarf werde von der Integrierten Leitstelle Augsburg (ILS) angefragt und in der Regel konnten die Zuständigen der Johanniter in Augsburg in 43 Minuten eine ehrenamtliche Besatzung und das Fahrzeug anmelden, sei es für eine fünf- oder zwölfstündige Schicht.

Die Johanniter-Unfall-Hilfe ist ein Werk des evangelischen Johanniterordens. Mit rund 25.500 Beschäftigten, 65.000 ehrenamtlichen Helfern und mehr als 1,5 Millionen Fördermitgliedern ist die Johanniter-Unfall-Hilfe eine der größten deutschen Hilfsorganisationen. Zu ihren Aufgaben zählen seit ihrer Gründung neben dem Rettungs- und Sanitätsdienst auch Bevölkerungsschutz und Erste-Hilfe-Ausbildung. Hinzu kommen soziale Dienste für Kinder und Jugendliche, dazu zählen auch die derzeit mehr als 450 Kindertagesstätten, sowie die Betreuung und Pflege von älteren und kranken Menschen. Die Johanniter engagieren sich ebenso in der humanitären Hilfe im Ausland. Im Landesverband Bayern der Johanniter arbeiten mehr als 4.200 Beschäftigte, mehr als 7.000 Menschen engagieren sich ehrenamtlich und mehr als 255.000 Fördermitglieder unterstützen die Organisation.

„Mein großer Dank geht an den Bevölkerungsschutz in Augsburg, der wieder einmal zeigt, was ehrenamtliches Engagement für sie bedeutet. Ich bin stolz, dass wir Johanniter auf so ein starkes Ehrenamt im Notfall zurückgreifen können. Flexibilität, kurzfristiges Einspringen, das Opfern der Freizeit und ab und zu flexible Schlafgewohnheiten sind hier selbstverständlich“, sagt Michael Rettenmaier, Mitglied des Regionalvorstandes. (pm)

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