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Corona-Pandemie: Der „Endboss“ muss besiegt werden

Zentren für Schnelltests öffnen in Augsburg: Oberbürgermeisterin Eva Weber hat am Donnerstag angekündigt, dass in Augsburg ab 1. März zwei Corona-Schnelltestzentren in Betrieb gehen.

Im Kampf gegen das Coronavirus befinde man sich laut Oberbürgermeisterin Eva Weber im „letzten Level“. Nun müsse der „Endboss“ besiegt werden – Unter anderem soll das mit zwei Schnelltestzentren passieren.

Zwei Corona-Schnelltestzentren nehmen am Montag, 1. März, den Betrieb in Augsburg auf. Und zwar unabhängig davon, ob es bundesweit vonstatten gehen wird. Das hat Oberbürgermeisterin Eva Weber in einer Pressekonferenz am Donnerstag bekanntgegeben. Ein Testzentrum wird es in der Maximilianstraße 59 im ehemalige Konservatorium geben, das zweite befindet sich auf dem Plärrergelände im Modulkomplex der Plärrerwache. Dort sollen sich die Bürger kostenlos und ohne Terminvereinbarung auf Corona testen lassen können. Sollte der Schnelltest positiv ausfallen, wird im Anschluss ein zuverlässigerer PCR-Test gemacht. Geöffnet hat die Einrichtung in der Maxstraße montags bis freitags von 7 bis 15 Uhr. Das Testzentrum am Plärrer hat montags bis freitags von 16 bis 20 Uhr geöffnet. Beide Zentren sind zudem samstags von 10 bis 18 erreichbar.

Wie Bildungsreferentin Martina Wild erklärte, sollen auch Schüler und Lehrer, die in den Präsenzunterricht gehen, freiwillige und kostenlose Tests erhalten. Gleiches gelte zudem für Kitapersonal. Für diese Gruppen stehen laut der zweiten Bürgermeisterin am Testzentrum auf dem Messegelände von Montag bis Freitag zwischen 15 und 19 Uhr Kapazitäten zur Verfügung.

Chef von Seniorenresidenz rät Bewohnern von Corona-Test ab

Insgesamt sind in Augsburg seit Beginn der Pandemie 12.215 Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Am Donnerstag sind 32 neue Fälle dazugekommen. Demnach liegt die Sieben-Tage-Inzidenz laut Robert-Koch-Institut aktuell bei 51,3 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Laut den Zahlen des städtischen Gesundheitsamtes beträgt der Inzidenzwert 52,2. In den vergangenen zwei Wochen hat es in elf Alten- und Pflegeeinrichtungen 34 Neuinfektionen gegeben, wovon allein 23 Fälle in einer Einrichtung im Augsburger Westen registriert wurden. Im Albaretto zählt das Gesundheitsamt bislang 120 infizierte Bewohner, wovon bereits 20 verstorben sind, sowie weitere 35 infizierte Beschäftigte. Deshalb hätten dort am Mittwoch und Donnerstag erneut Reihentests auf freiwilliger Basis stattgefunden. Der Betreiber der Einrichtung habe in einem Aushang allerdings von der Teilnahme an den Tests abgeraten. Laut Thomas Wibmer, stellvertretender Leiter des Augsburger Gesundheitsamtes, hätte man bereits deutliche Worte in Richtung desjenigen geäußert, der die Aushänge anbringe und offenbar mit seiner Meinung allein dastehe.

20- bis 30-Jährige überproportional betroffen

Generell sei in den vergangenen Wochen jedoch überproportional die Gruppe der 20- bis 30-Jährigen von Corona-Infektionen betroffen. Laut Wibmer sei die steigende Mobilität ein Grund dafür. Oberbürgermeisterin Weber appellierte daher vor allem an die jungen Menschen in Augsburg, sich an die Regeln zu halten. "Bei einem Computerspiel ist immer das letzte Level das schwierigste, denn im letzten Level kommt der Endgegner", sagte Weber und führte weiter aus: "Und wir sind mehr oder weniger im letzten Level dieser Corona-Pandemie. Wir testen, wir impfen, die ersten Öffnungen passieren und jetzt muss der Endboss, also das Virus, komplett besiegt werden." Dieser "Endboss" sei allerdings besonders stark und widerstandsfähig, weshalb es eine Menge Disziplin und Geschick erfordere, diesen mundtot zu machen. Daher der Appell der Rathauschefin: "Wir müssen uns alle miteinander am Riemen reißen." Der kontinuierliche, langsame Rückgang der Infektionszahlen könne laut Wibmer nur eingehalten werden, wenn die Mobilität wieder zurückgeht. Denn diese sei kürzlich wieder angestiegen, vor allem am vergangenen Wochenende.

Zudem ruft die Stadt alle unter 65-Jährigen dazu auf, sich für die Corona-Schutzimpfung registrieren zu lassen. Insgesamt seien bislang 19.500 Impfdosen in Augsburg verabreicht worden. Pro Tag können 3300 Personen geimpft werden, die Kapazitäten könnten allerdings noch auf bis zu 5000 täglich aufgestockt werden.

Ab Montag können in Augsburg neben Friseuren auch weitere körpernahe Dienstleistungsbetriebe wie Fußpflege, Maniküre, Kosmetikstudios öffnen. Außerdem dürfen Bau- und Gartenmärkte, Blumenläden und Gärtnereien Kunden empfangen. In Musikschulen wird zunächst nur Einzelunterricht möglich sein.

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