Region: Augsburg Stadt

Corona-Strategie für den Herbst: Was die Stadt Augsburg vom Freistaat fordert

Besuch von Markus Söder im vergangenen Herbst in der Augsburger Uniklinik: Oberbürgermeisterin Eva Weber wünscht sich vom Freistaat ein klares Corona-Konzept für den kommenden Herbst.

Augsburgs Oberbürgermeisterin Eva Weber will vor Beginn des neuen Schul- und Kitajahrs Ansagen vom Freistaat Bayern für eine Corona-Strategie. Sie fordert unter anderem PCR-Pooltests. Die Stadtverwaltung habe sich zudem für den Herbst gerüstet.

Die Oberbürgermeisterin habe einige "Anregungen aus kommunaler Sicht an die bayerische Staatsregierung", erklärt die Stadt Augsburg am Freitag via Pressemitteilung. Denn der Anstieg der Corona-Fälle in Augsburg und in ganz Deutschland erfordere "eine vorausschauende Anpassung von künftigen Maßnahmen". Innerhalb der Stadtverwaltung sei anhand einer entsprechenden Bedarfsplanung eine neue Personalreserve aus städtischen Beschäftigten aufgebaut worden, gestaffelt nach zwei Inzidenzwertstufen. Ab Inzidenz 50 und 80 soll dadurch das Gesundheitsamt flexibler reagieren können.

Zusätzlich sollen 25, zunächst bis 31. März befristete, Stellen für externe Kräfte eingerichtet werden, um die städtischen Ressourcen zu schonen. Außerdem werden erneut Freiwillige zur Unterstützungsarbeit angeworben, ebenso ehemalige Beschäftigte der Stadt Augsburg.

Waren die Inzidenzen hoch, kamen die Gesundheitsämter in der zweiten und dritten Corona-Welle mit der Nachverfolgung von Kontaktpersonen und der Überwachung von Quarantäneanordnungen oft an ihre Grenzen. Abhilfe schaffen könnte, im Falle von hohen Inzidenzen "statt einer unbegrenzten Kontaktpersonennachverfolgung und damit einhergehender zahlreicher Quarantänefälle", den Fokus auf "sogenannte Superspreading-Events beziehungsweise Situationen mit Beteiligung von Risikogruppen" zu legen, so die Stadt. Dies sei auch im bayerischen Gesundheitsministerium angeregt worden.

Quote erhöhen, "um der anrollenden vierten Welle die Stirn bieten zu können"

Um aus dem Krisen-Modus herauszukommen, sei das Impfen freilich der entscheidende Faktor. „Die Impfung ist der Game-Changer für die Pandemie", sagt Weber. Aktuell sind 56 Prozent der Augsburger Bevölkerung mindestens einmal geimpft, davon haben 51 Prozent den kompletten Impfschutz. "Diese Quote müssen wir erhöhen, um der anrollenden vierten Welle die Stirn bieten zu können."

Im Hinblick auf den Beginn des neuen Schuljahrs sei beim bayerischen Kultusminister um zeitnahe Bekanntgabe der neuen Bestimmungen beziehungsweise des Rahmenhygieneplans gebeten worden. Neben der Möglichkeit täglicher Testungen statt Quarantäne seien auch PCR-Reihentests in der ersten Schulwoche angeregt worden und ein klarer Zeitplan für die Einführung von PCR-Pooltests in den Grundschulen. Mit Pooltests ist gemeint, dass Klassen gemeinsam getestet werden. Die Proben werden anschließend für eine PCR-Untersuchung ins Labor gegeben. Eine Klasse bildet dabei einen Pool, nur wenn ein Pool positiv ist, müssen die Schüler einzeln getestet werden. Selbiges solle für Kitas gelten.

Weber habe sich an die bayerische Sozialministerin gewandt und für "flächendeckende PCR-Pooltestungen" geworben. „Gerade an den Kindertageseinrichtungen sowie in der Tagespflege ist eine gute Teststrategie unabdingbar, da auf absehbare Zeit kein Impfstoff für die Kleinkinder zur Verfügung stehen wird“, betont die Oberbürgermeisterin.

Zudem: „Je mehr Erwachsene im Umfeld von Kindern und Jugendlichen geimpft sind, umso mehr sind diese vor Infektionen geschützt." Augsburg habe daher beim Freistaat eine bayernweite Impfkampagne für Eltern, Großeltern, Tanten und Onkel angeregt, "um nochmals zu verdeutlichen, dass die Impfung im Umfeld von Kindern maßgeblich für die Öffnung der Bildungseinrichtungen sein wird." (pm/jaf)

Kommentare

Anmelden um Kommentare zu schreiben
 


X