Region: Augsburg Stadt

Dauerhafte Radstreifen werden in der Hermanstraße umgesetzt

Das Fahrrad als bevorzugtes Verkehrsmittel: Ziel der Stadt Augsburg auf dem Weg zur Fahrradstadt ist es unter anderem, dass mehr Menschen das Rad als Fortbewegungsmittel wählen. In der Hermanstraße wird auf dem Weg zum Königsplatz nun ein dauerhafter Radstreifen umgesetzt.

Knapp zehn Jahre sind mittlerweile vergangen, seit der Augsburger Stadtrat Ende 2012 in einem entsprechenden Beschluss das Ziel "Fahrradstadt" ausgerufen hat. Demnach soll Radfahren Spaß machen und sicher sein und es sollen immer mehr Menschen das Rad als Verkehrsmittel wählen. Seither sind zahlreiche Maßnahmen umgesetzt worden, eine weitere soll nun folgen: Wie die Stadt mitteilt, sollen in der Hermanstraße zwischen der Stettenstraße und dem Königsplatz Radfahrstreifen dauerhaft markiert werden.

Bereits im Sommer vergangenen Jahres wurden auf dem Teilstück versuchsweise in beide Richtungen gelbe Streifen für Radler auf die Fahrbahn gemalt. "Die Ergebnisse des Versuchs waren positiv und die Markierungen sollen dauerhaft eingerichtet werden", so die Stadt am Montag und kündigt zusätzlich an, in einer weiteren Stufe des Verkehrsversuchs die Radfahrstreifen ab der Beethovenstraße bis zum Königsplatz weiterzuführen. Bislang mussten die Radler in diesem Bereich noch im Mischverkehr auf der Fahrbahn fahren. Bei gutem Wetter sollen die Markierungsarbeiten am Mittwoch, 14. September, erfolgen.

„Mit dem Verkehrsversuch können wir Lücken im Radverkehrsnetz schneller als bisher schließen. Den Radfahrenden steht also schon ein provisorisches Angebot zur Verfügung, während parallel dazu die endgültige Planung erstellt und zur Förderung eingereicht wird“, erklärt Baureferent Gerd Merkle zum Start des zweiten Teilstücks des Verkehrsversuchs in der Hermanstraße.

Der neue Radfahrstreifen beginnt dann an der Überfahrtmöglichkeit zur Beethovenstraße in Fortsetzung des bestehenden Radfahrstreifens und weist eine Breite von 2,3 bis 2,5 Meter auf. Für den motorisierten Individualverkehr entfällt die Rechtsabbiegemöglichkeit in die Schießgrabenstraße, um die Sicherheit an der Kreuzung zu erhöhen und Stauungen zu vermeiden.

Die Zufahrt zur Schießgrabenstraße ist weiterhin über die Ladehofstraße und die Halderstraße gewährleistet. Um Rückstaus zu vermeiden, die möglicherweise auch die Straßenbahn behindern, soll die Ampelschaltung am Königsplatz entsprechend angepasst werden. „Die Auswirkungen, die sich durch die veränderte Verkehrsführung an der Kreuzung ergeben, werden während der Versuchsphase genau beobachtet und gegebenenfalls können auch kurzfristig notwendige Anpassungen vorgenommen werden“, erklärt Merkle.

Der in den Nachtstunden vorhandene Taxistandplatz wird in die Lade-/Lieferbucht auf der gegenüberliegenden Straßenseite, Hermanstraße 6-8, verlegt. Ein früherer Start des Verkehrsversuchs sei aufgrund verschiedener Baumaßnahmen und Umleitungen über den betroffenen Bereich nicht möglich gewesen. Die Stadt habe sich daher entschieden, den Start des Verkehrsversuchs zu verschieben, sodass dieser nun auch "unter realen Bedingungen und ohne Einflüsse durch Baustellen durchgeführt werden kann".

Doch wie zufrieden sind die Augsburger mit der Fahrradfreundlichkeit in ihrer Stadt? Im Rahmen des bundesweiten Fahrradklimatests des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) können die Bürger noch bis zum 30. November in einem Online-Fragebogen ihre persönliche Einschätzung zur Infrastruktur, Serviceangeboten oder dem persönlichen Sicherheitsgefühl beim Fahrradfahren abgeben. Im Frühjahr 2023 sollen die Ergebnisse dann in einem Städteranking präsentiert und die Gewinner-Städte ausgezeichnet werden.

Der Fahrradklimatest findet bereits zum zehnten Mal statt und zeigt im Zwei-Jahres-Turnus Entwicklungen sowie Trends im Radverkehr auf. "Er ist zugleich ein deutschlandweiter und regionaler Gradmesser für die Radverkehrsförderung", so die Verantwortlichen.

Die Stadt Augsburg lässt sich seit 2012 durch den Fahrradklimatest bewerten. „Die Ansprüche an eine entsprechende Infrastruktur in einer multimobilen und wachsenden Stadt wie Augsburg steigen und die Ergebnisse des Fahrradklimatests helfen dabei, dass die Stadt noch attraktiver für Fahrradfahrende wird. Es sind deshalb alle aufgerufen, an der Umfrage teilzunehmen – egal ob sie täglich das Fahrrad nutzen oder nur gelegentlich in der Freizeit“, sagt Baureferent Gerd Merkle.

Seit der letzten Umfrage wurden in Augsburg einige Radstreifen testweise umgesetzt und wie nun in der Hermanstraße auch vom Stadtrat dauerhaft beschlossen. Zudem wurden nach Angaben der Stadt beispielsweise seit 2020 fast sieben Kilometer Radwege im Stadtwald neu asphaltiert und zahlreiche Fahrradständer an vielen Orten in der Innenstadt aufgestellt. (pb)

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