Region: Augsburg Stadt

Dialog mit den Tätern: Augsburger Pfarrei reagiert mit Plakataktion auf Graffiti an Kirche

Mit einer Plakataktion reagiert die Pfarreiengemeinschaft nun auf mehrere Graffitis an der Kirche St. Peter und Paul.

Fünf große Plakate stehen seit Donnerstag vor der Kirche St. Peter und Paul im Augsburger Stadtteil Oberhausen. Die Pfarreiengemeinschaft reagiert damit auf mehrere Graffitis, die Anfang November an die Außenwände der Kirche gesprüht worden waren. "FCK Jesus", "FCK NZS" und "666" schrieben die unbekannten Sprayer unter anderem auf die Kirchenwände. Die Plakataktion sei laut Pfarrer Bernd Weidner ein Angebot zum Dialog und ein Signal in den Stadtteil hinaus.

"Wer schreibt denn heute noch an die Wand, schreibt uns doch auf Insta!", steht in großen Buchstaben und versehen mit einem QR-Code auf einem der Plakate. Insgesamt wurden fünf davon um die Kirche aufgestellt. "Digga, wir finden Nazis auch zum Kotzen", steht auf einem anderen, oder "Ihr habt ganz schön Eier gehabt. Trotzdem schlechtes Gewissen? Wir haben da was im Angebot. #Versöhnung #Reue #versuchsdochmal #kostetniximvergleichzumschaden“, inklusive Hashtags, wie sie unter anderem auf Internet-Plattformen wie Instagram und Twitter genutzt werden. Eine Anspielung darauf, dass auch Spuren von Eiern an den Wänden gefunden wurden.

Anstatt die Graffitis möglichst schnell wieder zu übermalen, hat die Pfarreiengemeinschaft einige davon nun zusätzlich mit neonfarbenem Klebeband umrahmt. So bekämen diese einen "besonderen Raum". Die Neonfarben finden sich auch in der Gestaltung der Plakate wieder.

Getragen wurde die Idee dieser Reaktion auf die Sachbeschädigung von Pfarrer Weidner und der Bildungsreferentin der Pfarreiengemeinschaft, Margit Uhr. Ein kleines Team war für das Konzept und die Umsetzung verantwortlich. "Wir sprechen auch eure Sprache und sind offen und dialogfähig – können was aushalten": Das sei laut Weidner die Nachricht, die die Aktion in den Stadtteil aussenden soll. "Empörung beherrschen die meisten von uns sehr gut. Betroffenheit auch", so Weidner. " Dabei stehen zu bleiben, bringt aber nicht viel. Deshalb freue ich mich über das Gesprächsangebot und bin sehr gespannt, ob so eine Art Dialog in den Stadtteil hinein entstehen kann."

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