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Energiekrise: Stadt Augsburg bereitet sich auf "verschiedene Einsatzszenarien" vor

Die Stadt Augsburg bereitet sich auf mögliche regionale Stromausfälle vor.

Obwohl die Wahrscheinlichkeit für einen kompletten Stromausfall in Deutschland, also einen sogenannten „Blackout“, als eher gering gilt, bereitet sich die Stadt Augsburg strukturell auf unterschiedliche Szenarien für den Krisenfall vor. Dazu gehören unter anderem Empfehlungen an die Bevölkerung, in gewissem Umfang Vorsorge zu treffen.

„Es gibt keinen Anlass für Panik oder übertriebene Sorge – aber es ist in jedem Fall gut, auf unterschiedliche Szenarien vorbereitet zu sein. Wir nehmen die Warnungen von Bund und Land vor Stromausfällen und einer Gasmangellage sehr ernst, beobachten die Lage ständig und treffen mit unseren Fachbehörden alle möglichen Vorsorgemaßnahmen, um im Krisenfall gut gerüstet zu sein“, wird Oberbürgermeisterin Eva Weber in einer städtischen Pressemitteilung zitiert.

Demnach seien im Gegensatz zu einem Blackout kürzere, regionale Stromausfälle in der derzeitigen Situation „nicht ausgeschlossen“. Daher spricht die Stadt vor dem Hintergrund der Veröffentlichungen des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe eine Reihe von Empfehlungen für alle Haushalte in Augsburg aus. Dazu gehört unter anderem, dass Kerzen und Taschenlampen vorhanden sind sowie Lebensmittel und Frischwasser für einige Stunden, eine Decke pro Person, ein batteriebetriebenes Radio und eine „maßvolle Bevorratung mit Bargeld zuhause“. Diese Hinweise finden sich in Kürze auch online in den verschiedenen Informationskanälen der Stadt. Auf augsburg.de/warnung und augsburg.de/energieversorgung werden sie zudem mehrsprachig übersetzt.

Bei der Stadt Augsburg bereitet sich das Amt für Brand- und Katastrophenschutz zusammen mit den Stadtwerken bereits seit geraumer Zeit auf verschiedene Krisenfall-Szenarien, zum Beispiel eine Gasmangellage oder einen regionalen Stromausfall, vor. Dazu wurde der Krisenstab „Energieversorgung“ im Bereich des Bevölkerungsschutzes eingerichtet, der die Lage zusammen mit den Fachbehörden beobachtet. Die Arbeitsfähigkeit der kritischen Infrastruktur, wie etwa der Versorgung mit Wärme und Energie, die Kommunikation mit der Bevölkerung sowie die technische und rechtliche Umsetzung bei einer Gasmangellage oder einem Stromausfall seien die Arbeitsgebiete dieses Krisenstabs.

Zudem wurde nach Angaben der Stadt ein „Führungsstab außergewöhnliches Ereignis Energieversorgung“ eingerichtet, der von Oberbürgermeisterin Eva Weber geleitet wird. Weitere Mitglieder sind Ordnungsreferent Frank Pintsch, Wirtschaftsreferent Wolfgang Hübschle, Sozialreferent Martin Schenkelberg und Feuerwehrchef Andreas Graber.

„Dieser Führungsstab kann im Krisenfall jederzeit zusammentreten und auf Grundlage der getroffenen Vorbereitungen agieren“, teilt die Stadt mit. „Um die Öffentlichkeit zu informieren, sind über das gesamte Stadtgebiet Hochleistungssirenen verteilt. Wenn das durchdringende Signal ertönt, bitte das Radio anschalten“, appelliert Ordnungsreferent Frank Pintsch an alle Bürger. Um das Radio auch bei einem Stromausfall nutzen zu können, empfehle es sich, ein batteriebetriebenes Rundfunkgerät und Reservebatterien oder ein Kurbelradio im Haus zu haben. Zudem gibt es mobile Lautsprecheranlagen, die auf Fahrzeugen befestigt sind und für die Information der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.

Wie Augsburgs Feuerwehrchef Andreas Graber erklärt, gibt es im Stadtgebiet ein sogenanntes Leuchtturmkonzept. Die Freiwilligen Feuerwehren in den Stadtteilen und die Berufsfeuerwehr seien demnach mit mobilen Hochleistungsgeneratoren ausgestattet, um die Notversorgung in den Stadtteilen dezentral gewährleisten zu können. Sie können bei Stromausfall auch in einem Stadtteil zusammengezogen werden.

„Diese Hochleistungsgeneratoren funktionieren als ’Leuchttürme’ in den Stadtteilen, wo sich Bürgerinnen und Bürger einfinden und vor allem informieren können. Auch Strom wird dort zur Verfügung gestellt, etwa für das Erwärmen von Babynahrung oder das Aufladen von Akkus für Beatmungsgeräte. Mit diesen ’Leuchttürmen’ sind wir auf den Erhalt von Kernfunktionen im Krisenfall vorbereitet“, so Graber. Auch die Trinkwassernotbrunnen in Augsburg sind laut der Stadt funktionstüchtig und könnten im Notfall die Trinkwasserversorgung sichern.

Das Bayerische Rote Kreuz, die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft, die Johanniter-Unfall-Hilfe und der Malteser Hilfsdienst, der Arbeiter-Samariter-Bund sowie das Technische Hilfswerk haben sich zur Arbeitsgemeinschaft der Augsburger Hilfsorganisationen zusammengeschlossen. „Mit den Vorsorgeeinrichtungen der Rettungsdienste und des THW, insbesondere den Schnelleinsatzgruppen für Betreuung, Verpflegung, Technik und Sicherheit kann bei Bedarf auch sehr schnell eine Unterbringungsmöglichkeit einschließlich Versorgung sichergestellt werden“, sagt Ordnungsreferent Frank Pintsch. (pm)

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