Region: Augsburg Stadt

Gedenktag für Drogentote in Augsburg: Aktion der Drogenhilfe Schwaben

Die Drogenhilfe Schwaben will zum Drogentotengedenktag mit einer Social-Media-Aktion auf die Situation von Drogenabhängigen aufmerksam machen.

Am 21. Juli 2021 findet der bundesweite Drogentotengedenktag statt. Auch die Drogenhilfe Schwaben will mit einer Veranstaltung in Augsburg – gerade auch in Corona Zeiten – der Menschen gedenken, die ihr Leben aufgrund ihrer Abhängigkeitserkrankung verloren haben. Auch in der andauernden Pandemie gilt es an wichtigen gesellschaftlichen Themen zu arbeiten.

Der Drogentotengedenktag am 21. Juli bietet dazu die Gelegenheit, um mit Aktionen auf die schwierigen und stigmatisierten Lebensbedingungen von Drogenabhängigen hinzuweisen und der Menschen zu gedenken, die zu früh aus aus dem Leben scheiden mussten, wie die Drogenhilfe in einer Pressemitteilung informiert.

1581 Menschen starben 2020 in Deutschland (in Bayern 248) an den Folgen ihres Drogenkonsums. Das bedeutet einen einen Anstieg zum Vorjahr 2019 um 13 Prozent. Im Großraum Augsburg verstarben 2020 18 Menschen und in diesem Jahr betrauern wir bereits 14 Drogenkonsumenten.

Hauptursache der Todesfälle sind laut Pressemitteilung Überdosierungen mit Opioiden und Morphin sowie die Kombination mit anderen Substanzen. Auffällig ist auch die Zunahme der Todesfälle aufgrund langjährigen Drogenmissbrauchs.

Der bundesweite Drogentotengedenktag steht dieses Jahr unter dem Motto: "Drogentod vermeiden – Substitution individualisieren". "Die Substitutionsbehandlung entlastet drogenabhängige Menschen nicht nur davon, sich illegal Substanzen beschaffen zu müssen, sondern legt auch gleichzeitig die Basis für weitere medizinische und psychosoziale Hilfestellungen", so die Drogenhilfe. Von derzeit 165 000 opiatabhängigen Menschen befänden sich sich nur etwa die Hälfte in einer einer Substitutionsbehandlung. "Wir fordern hier eine strukturelle Veränderung der Behandlung, so unter anderem eine flächendeckende Substitution besonders im ländlichen Bereich, einen Zugang zur Behandlung auch ohne Krankenversicherung, Schaffung von weiteren Substitutionsplätzen, die Gleichstellung der Diamorphinvergabe und eine Entbürokratisierung der Behandlung für substituierende Ärzte", heißt es in der Pressemitteilung. Mit einem einem symbolischen Friedhof am Helmut-Haller-Platz am 21. Juli von 11 bis 15 Uhr und einer Social-Media-Aktion will die Drogenhilfe ihre Forderungen öffentlich präsentieren. (pm)

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