Region: Augsburg Stadt

Go Ahead kündigt Einschränkungen zum Fahrplanwechsel an

Der Desiro HC bietet laut Go Ahead Bayern 538 Sitzplätze und soll in Hauptverkehrszeiten und auf viel befahrenen Strecken eingesetzt werden.

Wenige Wochen vor Inbetriebnahme der Zugverbindungen rund um Augsburg hat das Eisenbahnunternehmen Go Ahead Bayern im Zuge einer Pressekonferenz bereits deutlich gemacht, dass zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember nicht mit allen Zügen gestartet werden könne. Als Grund nennt Go Ahead den branchenweiten Personalmangel bei Lokführern.

Das Verkehrsunternehmen hatte 2018 von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft, die den Regional- und S-Bahnverkehr in Bayern plant, finanziert und kontrolliert, den Zuschlag für die Linien München – Augsburg – Ulm, München – Augsburg – Treuchtlingen – Würzburg, München – Donauwörth – Aalen, München – Augsburg – Dinkelscherben, München – Augsburg – Donauwörth sowie Donauwörth – Aalen erhalten.

"Wir haben uns über Jahre intensiv darauf vorbereitet", sagte Fabian Amini, Geschäftsführer von Go-Ahead Bayern. Vor allem in die Personalsuche habe man im Branchenvergleich "sehr viel mehr investiert als viele andere", letztlich habe es aber nicht gereicht. „Es tut uns sehr leid und wir bitten die Fahrgäste um Entschuldigung, aber es geht nicht anders: Wir können in der ersten Zeit nicht alle Züge fahren“, so Fabian Amini.

Um zu vermeiden, dass kurzfristig und unkontrolliert Züge ausfallen müssen, habe man ein Stufenkonzept entwickelt, als absehbar wurde, dass zum Fahrplanwechsel nicht ausreichend Personal zur Verfügung stehen wird. Dieses Konzept sieht vor, dass ab 11. Dezember bis zum 5. Februar 2023 die Streckenabschnitte München – Augsburg, Dinkelscherben – Ulm, Meitingen – Donauwörth – Treuchtlingen und Würzburg – Ansbach im vollen Umfang bedient werden.

Die Verstärkerzüge der Linie RB87, die montags bis freitags von 8.30 bis 15.30 Uhr zwischen Augsburg und Meitingen pendeln sollen, entfallen vorübergehend. "Der geplante 30-Minuten-Takt am Samstag zwischen Augsburg und Dinkelscherben, der ab 11. Dezember neu eingeführt werden sollte, kommt erst später", teilte Go Ahead mit. Außerdem soll der geplante Verstärkerzug zwischen Ansbach und Treuchtlingen unter der Woche im Schienenersatzverkehr mit Omnibus gefahren werden. Darüber hinaus werde derzeit geprüft, in welchem Umfang die Riesbahn-Verbindungen von Donauwörth über Nördlingen nach Aalen im Zugverkehr bedient werden können und wie viele Züge vorübergehend auf Schienenersatzverkehr umgestellt werden müssen.

Ab dem 6. Februar soll dann laut dem Stufenkonzept im Übergangsfahrplan der Zugbetrieb auf der Riesbahn (RE89/RB89) im Zwei-Stunden-Takt aufgenommen werden. In den Stunden dazwischen fahren weiterhin Busse und alle anderen Einschränkungen bleiben wie schon im Startfahrplan. "Spätestens ab Juni werden wir den bestellten Regelfahrplan in vollem Umfang fahren – darauf können sich unsere Fahrgäste verlassen", sagte Amini. Die derzeit noch fehlenden Lokführer sollen ihre Ausbildung bis Juni abgeschlossen haben und könnten dann das Team verstärken.

Wie Matthias Stoffregen, Geschäftsführer des Branchenverbandes mofair erläuterte, treffe der Personalmangel nicht nur Go Ahead: „Wir sehen seit längerer Zeit in der ganzen Branche, dass der Personalmangel sich zuspitzt. Es gibt deutschlandweit zu wenige Lokführerinnen und Lokführer, und das Problem wird besonders oft beim Anbieterwechsel in einem Netz deutlich.“

Die Go-Ahead Bayern GmbH wurde im Februar 2019 als Tochterunternehmen der Go-Ahead Verkehrsgesellschaft Deutschland GmbH gegründet. Das Eisenbahnverkehrsunternehmen mit Sitz in Augsburg betreibt seit Dezember 2021 die Strecke München – Memmingen – Lindau. Daneben fährt die Schwestergesellschaft Go-Ahead Baden-Württemberg seit 2019 Züge auf mehreren Strecken, unter anderem auch von Stuttgart in die bayerischen Städte Nürnberg und Würzburg.

"Der Auftrag zum Betrieb dieser Linien hat einen Umfang von 7,6 Millionen Zugkilometern pro Jahr", so das Unternehmen. Im Regelfahrplan sollen 56 neue elektrische Triebzüge auf den Linien eingesetzt werden. Jeder Zug sei barrierefrei und biete mindestens 216 Sitzplätze und 18 Fahrradplätze, wobei diese Zahl auf maximal 1076 Sitzplätze und 90 Fahrradplätze erhöht werden könne. Der Vertrag für Go-Ahead Bayern hat eine Laufzeit bis Dezember 2034. (pb)

Mehr zum Thema

Kommentare

Anmelden um Kommentare zu schreiben
 


X