Region: Augsburg Stadt

Gutachten veröffentlicht: So ist es um den Industriestandort Augsburg bestellt

Den Industriestandort Augsburg hat nun ein Gutachten genauer untersucht. Vor allem im Bereich Zukunftstechnologien und wissenschaftlichen Dienstleistungen hat die Fuggerstadt noch Potenziale. (Symbolbild)

Das Gutachten zur Analyse des Industriestandortes Augsburg zeigt deutliche Potenziale bei Zukunftstechnologien und wissenschaftlichen Dienstleistungen.

100 Millionen Euro will der Freistaat in Augsburg investieren, um den Hightech-Sektor voranzutreiben. Dank eines Gutachtens ist jetzt auch klar, dass die Fördermittel in der Fuggerstadt bestens aufgehoben sind. Denn die Verfasser bescheinigen Augsburg "deutliche Potenziale bei Zukunftstechnologien und wissenschaftlichen Dienstleistungen", wie die Stadt Augsburg nun mitteilt.

Das Gutachten stammt vom Unternehmen VDI/VDE Innovation + Technik, das den Industriestandort Augsburg im Auftrag der städtischen Wirtschaftsförderung unter die Lupe genommen hat. Neben den Potenzialen Zukunftstechnologien und wissenschaftlichen Dienstleistungen stellen die Verfasser auch fest, dass die Entwicklung "von einer homogenen zu einer differenzierteren Branchenstruktur" gelungen sei. Zugleich stehe der Standort vor neuen Herausforderungen des industriellen Wandels.

Kein Wunder also, dass sich Wirtschaftsreferent Wolfgang Hübschle über den Inhalt des Gutachtens freut. Es liefere "wichtige Hinweise und Ansatzpunkte für eine passgenaue Förderung", so Hübschle. Gemeint sind damit besagte 100 Millionen Euro, die der Freistaat im Rahmen seiner "Hightech-Agenda plus" Augsburg in Aussicht gestellt hat. Fördern will der Freistaat in Augsburg vor allem eine Initiative zur Künstlichen Intelligenz (KI) sowie Projekte, die sich mit dem Einsatz von Wasserstoff als Energieträger beschäftigen.

"Augsburg ist ein Standort, an dem sich in den vergangenen beiden Jahrzehnten eine heterogene Wirtschaftsstruktur innerhalb des Stadtgebietes mit einem stabilen Mittelstand und einer vielfältigen Forschungslandschaft herausgebildet hat", lautet das Fazit der Analyse des Industriestandortes Augsburg.

Erstellung der Analyse vor Pandemie

Die Analyse wurde freilich noch vor Ausbruch der Covid-19-Pandemie durchgeführt, so dass deren wirtschaftliche Auswirkungen und Herausforderungen noch nicht in die Gesamtbetrachtung eingeflossen sind. Nach den verschiedenen Wirtschaftssektoren aufgeschlüsselt, gehören (Stand 31. Dezember 2018) 74,83 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten dem Dienstleistungsbereich, 25,1 Prozent dem produzierenden Gewerbe und 0,07 Prozent dem Bereich Land-, Forstwirtschaft und Fischerei an. "Die wirtschaftlichen Kompetenzfelder Augsburgs heißen Umwelttechnologie, Informations- und Kommunikationstechnologie, Kultur- und Kreativwirtschaft, Leichtbau (Faserverbundwerkstoffe), Logistik, Mechatronik und Automation sowie Gesundheitswirtschaft", zählt die Pressemitteilung auf.

Größtes Wachstum im Dienstleistungssektor

Überraschend ist die Erkenntnis, dass entgegen der jüngeren Entwicklungen bei der Kuka AG, der Ledvance GmbH oder der Fujitsu Technology Solutions GmbH in Augsburg seit 2014 rund 12 000 neue Arbeitsplätze entstanden sind. Das größte Wachstum fand im Dienstleistungssektor statt, speziell im Gesundheits- und Sozialwesen. Hier ergab sich ein Plus von rund 3900 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Ebenfalls zugelegt hat das Informations- und Kommunikationswesen.

Kleinteilige Unternehmensstruktur prägt Standort

Auffällig ist auch die Struktur der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Augsburg. Mit 17,9 Prozent gibt es einen im bayern- und deutschlandweiten Vergleich überdurchschnittlich hohen Anteil mit akademischen Berufsabschlüssen, zugleich aber auch mit 12,3 Prozent einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Beschäftigten ohne Berufsabschluss. Weiter prägt den Standort eine sehr kleinteilige Unternehmensstruktur. Von den 11 800 Unternehmen sind 88,9 Prozent Kleinstunternehmen mit null bis neun Beschäftigten. 8,6 Prozent entfallen auf die Kategorie Kleinunternehmen mit zehn bis 49 Beschäftigten. Nur 1,9 Prozent sind mittlere Unternehmen, die 50 bis 249 Personen beschäftigen. Großunternehmen ab 250 Beschäftigte machen lediglich 0,6 Prozent aus.

Ausführliche Informationen zu den Analyseergebnissen sind im Detail dem Gutachten zu entnehmen. Wer Interesse am Gutachten hat, kann sich mit der Wirtschaftsförderung der Stadt Augsburg, Andreas Huber, in Verbindung setzen, Telefon 0821/324-15 79. Weitere Auskünfte zum Gutachten erteilt auch die VDI/VDE Innovation + Technik GmbH, Berlin, Claudia Martina Buhl, E-Mail: claudia.buhl[at]vdivde-it[dot]de. (pm/mh)

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