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Haben Altenheim-Chefs Ehe- und Lebenspartner impfen lassen? – AWO äußert sich zu Vorwürfen

Mindestens ein Leiter und eine Leiterin von Augsburger AWO-Heimen sollen Lebenspartner unter falschen Angaben auf die offiziellen Impflisten gesetzt haben (Symbolbild).

In der Region werden immer mehr Fälle von vorgezogenen Corona-Impfungen bekannt. Nach den Impfungen des Donau-Rieser Landrats, des Donauwörther Oberbürgermeisters sowie des Augsburger Bischofs und seines Stellvertreters kommen nun mutmaßliche falsche Anmeldungen in Seniorenheimen der AWO ans Licht.

Mindestens ein Leiter und eine Leiterin von Augsburger Heimen der Arbeiterwohlfahrt sollen Recherchen der Augsburger Allgemeinen zufolge Lebenspartner unter falschen Angaben auf die offiziellen Impflisten gesetzt haben. In einem großen Augsburger Alten- und Pflegeheim sei demnach am 15. Januar und 5. Februar die Ehefrau des Heimleiters geimpft worden. In der Anmeldung sei die falsche Angabe „Impfling arbeitet in Einrichtung zur Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens“ erfasst worden. In einem anderen Fall landete der Lebensgefährte einer Heimleiterin auf der Liste der Pflegekräfte, obwohl er nicht dort arbeitet. Die beiden erhielten auf diese Weise Corona-Impfungen, während Menschen aus Risikogruppen immer noch vergeblich auf einen Impftermin warten.

Inzwischen hat sich der Verwaltungsrat der AWO-Schwaben zu den Vorwürfen geäußert. Man werde "diese Vorgänge einer kritischen Überprüfung unterziehen und gegebenenfalls Konsequenzen herbeiführen". Die AWO Schwaben verurteile "jegliche Abweichung von der vom Bundesgesundheitsministerium in der Impfverordnung mit guten Gründen vorgesehenen Prioritätensetzung bei den derzeit noch laufenden Impfungen in unseren Häusern. Es wird bedauert, dass es insoweit offensichtlich zu nicht hinnehmbaren Veränderungen der vorgegebenen Reihung gekommen ist."

Was die Impfung des Vorstandsvorsitzenden und von zwei in der pflegerischen Aufsicht tätigen Mitarbeiterinnen anbelange, betont die Arbeiterwohlfahrt, sehe sie "keinerlei Verstoß gegen die Impfverordnung". Dem Vorstandsvorsitzenden seien die 25 Heime mit insgesamt 1900 Pflegeplätzen und über 1500 Mitarbeitenden direkt unterstellt. Der unmittelbare Kontakt zu den einzelnen Häusern "ist eine beinahe tägliche Obliegenheit". Die zwei dem Vorstandsvorsitzenden direkt unterstellten Mitarbeiterinnen seien insbesondere in den derzeitig äußerst wichtigen Hygieneangelegenheiten immer wieder vor Ort tätig. "Sie und der Vorstandsvorsitzende sind damit – entsprechend der Impfverordnung – den in Pflegeheimen arbeitenden Personen gleichgestellt". (jaf)

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