Region: Augsburg Stadt

Das Hilfswerk "Kartei der Not" blickt auf das Jahr 2021 zurück

Im Ellinor-Holland-Haus der Kartei der Not bekommen notbedürftige Menschen eine Unterkunft auf Zeit.

Das Hilfswerk Kartei der Not blickt auf das Jahr 2021 zurück. Auch im zweiten Pandemiejahr konnten zahlreiche unverschuldet in Not geratene Menschen von der Stiftung unterstützt werden. 146 soziale Organisationen erhielten eine Förderung, darunter auch zahlreiche durch Corona bedingte Projekte. Die Kartei der Not existiert bereits seit 1965 und hat bis heute mehr als 40 Millionen Euro für Bedürftige aufgebracht.

Die Kartei der Not ist das Hilfswerk der Mediengruppe Pressedruck und des Allgäuer Zeitungsverlages. Sie hilft seit 1965 Menschen aus der Region, die unverschuldet in Not geraten sind. Da die Mediengruppe sämtliche Personal- und Verwaltungskosten der Stiftung trägt, fließen alle Spendengelder zu 100 Prozent direkt an die Hilfebedürftigen. Das Hilfswerk ist im gesamten Verbreitungsgebiet der Zeitungen, also dem Regierungsbezirk Schwaben (ohne das Stadtgebiet Lindau), dem Landkreis Landsberg am Lech sowie dem Altlandkreis Neuburg, aktiv. Über 40 Millionen Euro wurden von der Kartei der Not bis heute bereits für bedürftige Menschen in Bayerisch-Schwaben und dem angrenzenden Oberbayern aufgebracht.

2021 konnte die Stiftung über 2.374 Kinder unterstützen, von denen ungefähr die Hälfte Heimkinder waren. Außerdem bekamen im vergangenen Jahr 146 soziale Organisationen eine Förderung für soziale sowie durch die Pandemie angestoßene Projekte. Darüber hinaus wurden 94 Einrichtungen finanziell unterstützt, um einen Ausflug mit ihren Heimbewohnern machen zu können.

Besonders für das Pandemiejahr war auch das Angebot des Startups "Caliduu", welches von der Stiftung gefördert wurde. Bei "Caliduu" handelt es sich um ein Nachhilfe- und Lerncoaching-Programm für Schüler, die aufgrund der Pandemie teilweise mit großen Lernschwierigkeiten und Motivationsverlusten zu kämpfen hatten. Weil sich nicht jede Familie das Angebot von "Caliduu" leisten konnte, förderte die Kartei der Not für rund 200 Augsburger Schüler das dreimonatige Lernprogramm.

Die Pandemie wird dem Geschäftsführer Arnd Hansen zufolge auch 2023 noch zu spüren sein. Dazu kämen aber auch noch andere soziale Risiken: "Für das kommende Jahr richten wir uns darauf ein, dass nicht nur die mittelfristigen Folgen der Pandemie zu mehr Hilfebedarf führen. Gerade die sich immer noch weiter verschärfende Lage am Wohnungsmarkt und die drastische Verteuerung der Energiekosten gepaart mit allgemein steigenden Lebenshaltungskosten wird viele arme Menschen besonders hart treffen. Hier wollen wir in jedem Fall weiterhin schnell und unbürokratisch helfen und in schwierigen Lagen beistehen", so Hansen.

Die Kartei der Not hat auch ihre eigene soziale Institution: das Ellinor-Holland-Haus. Seit 2016 können dort notbedürftige Menschen bis zu drei Jahre lang wohnen. Das Prinzip ist die Hilfe zur Selbsthilfe, damit die Bewohner wieder in ein selbstbestimmtes Leben zurück finden. Aktuell wohnen im Haus 30 Kinder. Acht Familien und Alleinstehende konnten 2021 eine eigene Wohnung finden und aus dem Haus ausziehen. Dafür sind neun neue Familien und Alleinstehende eingezogen.

Benannt ist das Haus nach der Gründerin der Kartei der Not, Ellinor Holland. Die Journalistin und Tochter des Zeitungsgründers Curt Frenzel initiierte das Hilfswerk im Jahr 1965. Nachdem eine Weihnachtsaktion für gelähmte Menschen der Augsburger Allgemeinen sehr erfolgreich lief und von vielen Lesern unterstützt wurde, war der Grundstein für eine große soziale Initiative gelegt. Damals wurden Bedürftige und Spender noch in einem Karteikasten verwaltet, weshalb sich der Stiftungsname "Kartei der Not" etablierte. Auch wenn die Verwaltung heutzutage anders funktioniert, hat sich der Name bewährt. Heute führen ihre Töchter Ellinor Scherer, Vorsitzende des Kuratoriums, und Alexandra Holland, Stellvertretende Vorsitzende des Kuratoriums, das Lebenswerk von Ellinor Holland weiter. Mehr Informationen zur Kartei der Not und ihrer Arbeit finden Sie im Internet unter: https://www.kartei-der-not.de/. (cr)

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