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Kampf gegen steigende Zahlen: Stadt und Gesundheitsamt informieren über Corona-Lage in Augsburg

Die Stadt und das Gesundheitsamt setzen in Augsburg im Kampf gegen die Corona-Pandemie neben dem Testen vor allem auf die Impfungen – und das Frühlingswetter.

Wegen steigender Inzidenzen informierten die Stadt und das Gesundheitsamt über die Corona-Lage in Augsburg.

Der Inzidenzwert der Stadt Augsburg lag am Donnerstag den zweiten Tag in Folge über 200. Über die aktuelle Lage der Stadt in der Corona-Pandemie informierten deshalb in einer digitalen Pressekonferenz Oberbürgermeisterin Eva Weber und der stellvertretende Leiter des Augsburger Gesundheitsamts, Thomas Wibmer. Weitere Einschränkungen stehen ab Sonntag für den Einzelhandel an – sollte die Sieben-Tage-Inzidenz auch am Freitag noch den Schwellenwert von 200 überschreiten, wird Click and Meet verboten. Weber und Wibmer sprachen aber auch über Lichtblicke und Fortschritte in der Pandemie-Bekämpfung.

In Augsburg liegt die Inzidenz nun deutlich über 200. Das Robert-Koch-Institut vermeldete für den Donnerstag einen Wert von 246,1. Die Mutationen sind dabei laut OB Eva Weber bei den nachgewiesenen Infektionen in der Überzahl. Etwa 60 bis 70 Prozent machten diese aus, und seien damit vergleichbar mit dem bundesweiten Durchschnitt.

Neben der englischen und der südafrikanischen Variante sind inzwischen wohl auch die ersten Fälle der brasilianischen Mutation in Augsburg nachgewiesen worden. Festgestellt wurden diese bei zwei Bewohnern einer Arbeiterunterkunft im Stadtteil Lechhausen. Laut Thomas Wibmer sei davon auszugehen, dass drei weitere Bewohner der Unterkunft mit der Mutation infiziert seien. Da es in dem Wohnheim auch Gemeinschaftsräume gebe, befänden sich neben den Kontaktpersonen nun alle rund 20 Bewohner des Hauses in Quarantäne. Man wolle versuchen, "dass diese Variante gar nicht weiter ins Geschehen eingreift", sagte Weber. Bislang ist allerdings nicht bekannt, wie sich die Arbeiter mit der Virus-Variante infizierten.

Erste beiden Prioritätsstufen sind geimpft

Etwas Hoffnung machen könnte dagegen der aktuelle Stand der Impfungen in Augsburg. Bislang wurden in der Stadt 71 019 Impfdosen an 52 784 Menschen verimpft. Die angemeldeten Impfungen der Prioritätsstufen 1 und 2 seien damit so gut wie abgeschlossen. Das Impfzentrum vergibt nun bereits Termine für die Priorisierungsgruppe 3, zu der neben allen Menschen über 60 Jahren unter anderem Mitarbeiter im Lebensmittelhandel, der Verwaltung, der Justiz und dem Transportwesen gehören.

Bislang hätten sich 12 800 Personen der dritten Prioritätsstufe über das Impfportal registriert. Bis Sonntag sollen laut Weber 6800 Impfungen durchgeführt werden. Die Oberbürgermeisterin glaubt, dass es mit den Impfungen nun rasch vorangehen wird. "Wenn wir weiter ausreichend Impfstoff geliefert bekommen, können wir bald in die Jedermann-Impfung einsteigen", sagte sie. Personen der ersten drei Prioritätsgruppen sollten sich nun unbedingt noch registrieren, appellierte Weber. Doch auch alle anderen impfwilligen Personen sollten sich bereits anmelden, denn der Zeitpunkt für Impfungen für die allgemeine Bevölkerung rücke "sehr rasch näher".

Nach Ostern "keine deutlich stärkeren Zuwächse, als wir sowieso erwartet hätten"

Eine weitere vorsichtige Entwarnung gab der stellvertretende Leiter des Augsburger Gesundheitsamts. Zwar sei es aufgrund der Osterfeiertage weiterhin schwer, die aktuellen Zahlen mit Sicherheit zu interpretieren. Der aktuell sichtbare "enorme Anstieg" der Inzidenz sei aber wohl nicht die ganze Wahrheit. Insgesamt gebe es nach Ostern "keine deutlich stärkeren Zuwächse, als wir sowieso erwartet hätten", betonte Wibmer.

Die aktuelle Inzidenz von rund 250 entspricht recht genau einer Modellrechnung aus dem März. Wenn eine entsprechende Anzahl der positiven Tests der vergangenen Wochen bereits am Osterwochenende stattgefunden hätte, dann schaue die Kurve außerdem "schon ganz anders aus". Dann zeige sich laut Wibmer ein leichter Abfall der Inzidenzen vor und während Ostern und ein leichter Anstieg nach den Feiertagen. Dieser Kurvenverlauf ähnle dem vieler anderer Länder, in denen Ostern gefeiert wird. Die wahre Auswirkung der Feiertage liege wohl irgendwo zwischen dem starken Anstieg und dem vorläufigen Rückgang und werde sich in den kommenden Tagen noch deutlicher zeigen.

Hoffnung macht dem stellvertretenden Gesundheitsamtsleiter auch das anstehende Ende der Heizsaison. Im vergangenen Jahr habe sich die Infektionskurve mit dem wärmeren Wetter Anfang April stark abgeflacht. Heuer sei es nochmal kälter geworden, doch "das Wetter wird besser werden", betonte Wibmer. Das werde hoffentlich auch diesmal positive Auswirkungen auf die aktuelle Welle haben.

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