Region: Augsburg Stadt

Knochen in Filippas "Mini-Bein" wächst: Eltern bitten um Spenden für weitere Operation

Rund 4,5 Zentimeter ist Filippas linkes Bein inzwischen schon gewachsen. Um den Knochen zu stabilisieren und den "Fixateur" entfernen zu können, steht nun eine weitere Operation an.

Im vergangenen Sommer wurde die damals dreijährige Filippa in Augsburg erfolgreich operiert. Ein Spezialist war extra aus Amerika angereist, um dem Mädchen mit einem verkürzten Bein, entstanden aufgrund eines sogenannten Femurdefekts – einer Fehlbildung des Oberschenkelknochens – zu helfen. Eines Tages soll Filippa dann auf zwei gleich langen Beinen laufen können. Nun steht für das Mädchen eine weitere OP an.

Auch durch Spenden aus der Stadt und dem Landkreis Augsburg, gesammelt von der Deutschen Lebensbrücke, konnte Filippas erste Operation finanziert werden. Diese kostete rund 55 000 Euro. "Es ist unglaublich berührend, wie viele Menschen Anteil am Schicksal der kleinen Filippa nehmen", sagt Petra Windisch de Lates, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Lebensbrücke, über die große Spendenbereitschaft.

Die Operation in der Augsburger Hessing-Klinik, wo Filippa daraufhin weiter betreut wurde, verlief im August erfolgreich. Seit dem vergangenen Sommer haben sich so laut der Hilfsorganisation an Filippas linkem Bein 4,5 Zentimeter neuer Knochen gebildet. "Das sind 4,5 Zentimeter in Richtung zwei gleich langer Beine und 4,5 Zentimeter in Richtung Lebensglück", so die Lebensbrücke.

Der Fixateur, den Filippa seit der ersten Beinverlängerung tragen muss, bereite dem Mädchen allerdings inzwischen zunehmend Probleme. "Er verursacht Infektionen, die sehr schmerzhaft sind und in der Augsburger Klinik stationär mit Antibiotika behandelt werden müssen", so die Lebensbrücke. Viele Tage müssten Filippa und ihre Mama deshalb aktuell nicht zuhause, sondern im Krankenhaus verbringen.

Weil der Knochen sich allerdings bereits so gut gebildet habe, haben die Augsburger Ärzte nun in Absprache mit dem amerikanischen Operateur Dr. Dror Paley entschieden, den Fixateur etwas früher abzunehmen als geplant. Stattdessen soll die "noch sehr weiche" Knochenmasse in Filippas Bein mit einer speziellen Nadel fixiert werden, erklärt Petra Windisch de Lates.

Diese Operation ist zwar nicht so aufwändig wie die erste, allerdings kostet sie laut der Deutschen Lebensbrücke wohl weitere 30 000 Euro, die die Eltern der Kleinen nicht selbst stemmen können. Stattfinden muss die Operation diesmal in Warschau. Da der Fixateur noch im April abgenommen werden soll, sei der zeitliche Vorlauf zu kurz, um die Operation in Augsburg zu planen. Zudem sei Dr. Paley im April ohnehin in der polnischen Hauptstadt und könne Filippa deswegen dort einschieben.

"Das genaue Platzieren der Nadel ist absolut wichtig für das Wachstum des Knochens, und das kann tatsächlich nur der Beinverlängerungsspezialist selbst", betont Windisch de Lates. Im Spendentopf für Filippa befinde sich zwar "dank dem großartigen Engagement so vieler Menschen im Landkreis" noch etwas Geld. Für die zweite Operation fehlen laut der Hilfsorganisation allerdings noch rund 30 000 Euro. Die Lebensbrücke bittet deshalb erneut um Spenden.

Schon jetzt sei der Therapieerfolg bei Filippa messbar. Das Mädchen habe "die Monate mit dem Fixateur unglaublich tapfer gemeistert, auch, wenn der Fixateur ihren Bewegungsdrang behindert hat, und auch, wenn sie immer wieder Schmerzen hatte", sagt Petra Windisch de Lates. Der Lohn dafür sei der bereits sichtbare Erfolg. Die Familie sei auch "unglaublich dankbar" für die finanzielle Unterstützung aus der Bevölkerung: "Ihre Mama, ihr Papa und auch sie freuen sich so sehr über jeden Zentimeter, den ihr linkes Beinchen jetzt schon länger geworden ist".

Spenden für Filippa nimmt die "Deutsche Lebensbrücke" auf dem Konto mit der IBAN DE63 7008 0000 0300 0400 00 entgegen, Stichwort "Filippa". (pm)

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