Region: Augsburg Stadt

Kritik am AVV: Verkehrsverbund soll endlich auf das veränderte Mobilitätsverhalten vieler Menschen reagieren

Abos und Zeitkarten werden teurer: Der AVV erhöht die Preise.

Der Augsburger Verkehrs- und Tarifverbund (AVV) erhöht zum 1. Juli seine Preise. 3,2 Prozent mehr sollen Abos, Tages-, Wochen- und Monatskarten dann kosten. Die Kreis-ÖDP kritisiert diese Erhöhung nun scharf, denn der AVV habe über die Corona-Pandemie bereits viele Abo-Kunden verloren. Statt Preise zu erhöhen und die Situation nur zu beobachten, so fordert die Fraktion, solle der Verkehrsverbund endlich auf das veränderte Mobilitätsverhalten der Menschen reagieren und sein Angebot entsprechend anpassen.

Zwölf Prozent seiner Abo-Kunden habe der AVV alleine bis Januar verloren, schreibt die ÖDP in einer Pressemitteilung. Die Fraktion gehe davon aus, dass es bis heute noch einige mehr seien, da der verstärkte Einsatz von Homeoffice zum Jahresanfang gerade erst begonnen habe. Für die ÖDP sei nicht nachvollziehbar, warum der AVV nicht endlich auf das veränderte Mobilitätsverhalten durch die geänderte Arbeitssituation vieler Menschen reagiere. "Während andere Kommunen diesem längst durch ein geändertes Angebot Rechnung getragen haben, fällt dem AVV nichts anderes ein, als die Situation zu beobachten", kritisiert die ÖDP.

Die Kreis-ÖDP hat sich bereits am 1. März mit einem Antrag an Martin Sailer gewandt und gebeten, dass der AVV ein flexibles Ticket entwickeln möge, damit Abo-Kunden, die nun nur noch teilweise an den Arbeitsplatz fahren müssen, dies weiterhin zu einem akzeptablen Preis mit dem AVV tun könnten. Das bisherige Abo-Angebot gehe davon aus, dass Menschen täglich zur Arbeit fahren. Das sei aber nicht mehr der Fall und die Nutzung des ÖPNV werde immer unattraktiver, "weil er dann im Verhältnis zur Nutzung des meist ohnehin vorhandenen eigenen Pkw viel zu teuer ist", so die ÖDP in ihrem Antrag. Vorschlag der Fraktion war ein Abo für eine frei wählbare Zahl von Fahrten im Monat von Montag bis Freitag, wobei das Abo an Wochenenden grundsätzlich gültig sein sollte. Der Preis richte sich dann nach der Anzahl der gebuchten Fahrten.

"Es stellt sich die Frage, warum bei uns nicht geht, was in anderen Kommunen offensichtlich möglich ist, nämlich kurzfristig ein neues Angebot zu schaffen", so ÖDP-Kreisrätin Gabi Olbrich-Krakowitzer. "Wir müssen schnell handeln, weil wir sonst noch mehr Abo-Kunden dauerhaft verlieren werden". Stattdessen schaue der AVV mehr oder minder tatenlos zu, wie Abo-Kunden wegbrechen und erhöhe auch noch die Preise.

Es müsse sich nun dringend etwas ändern und die Politik Farbe bekennen. "Mit der Tarifreform wurden seinerzeit Bartarifkunden vergrault, was von den Befürwortern in Kauf genommen wurde, weil Abo-Kunden das Wichtigere seien. Aber genau dieser Kundenstamm geht nun verloren und hinterlässt finanzielle Lücken." (kd)

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