Region: Augsburg Stadt

Lehren der Pandemie: Krankenhäuser in der Region sollen künftig stärker vernetzt sein

Am Augsburger Universitätsklinikum habe während Corona "nicht viel gefehlt und wir hätten triagieren müssen", berichtete der Ärztliche Direktor kürzlich im Stadtrat.

Viele Fach- und Pflegekräfte haben während Corona das Augsburger Universitätsklinikum verlassen. Laut dem Ärztlichen Direktor müssen die Krankenhäuser in der Region nach der Pandemie stärker zusammenarbeiten.

Die Omikron-Variante hat sich in den vergangenen Wochen und Monaten abgeschwächt. Dennoch könne das Augsburger Universitätsklinikum laut dem Ärztlichen Direktor, Professor Dr. Michael Beyer, nicht einfach da weitermachen, wo man aufgehört habe. Denn sowohl das Uniklinikum als auch andere Krankenhäuser hätten starke Verluste durch die Abwanderung von Fach- und Pflegekräften erlitten.

„Wir sind auf die anderen Häuser angewiesen“, sagte Beyer auch kürzlich im Augsburger Stadtrat, als er die aktuelle Lage am Universitätsklinikum schilderte. Seiner Ansicht nach sei es notwendig, dass alle Krankenhäuser in der Region künftig verstärkt zusammenarbeiten. Erste Schritte sei man mit Kooperationen mit den Kliniken in Bobingen, Schwabmünchen, Donauwörth und Dillingen bereits gegangen.

Vor allem im ländlichen Bereich sehe Beyer große Probleme durch das Aussterben der dort angesiedelten Hausarztpraxen. Es gebe inzwischen erste verwaiste Regionen ohne zeitnahe Nachbesetzung frei gewordener Kassensitze. Die unterschiedlichen Akteure müssen ins Gespräch kommen, „um das Gesundheitssystem so aufzustellen, dass es auch in Zukunft funktioniert“, sagte Beyer.

„Es hätte nicht viel gefehlt und wir hätten triagieren müssen“, berichtete Beyer über die Situation am Universitätsklinikum während der vierten Corona-Welle. Aber der Vorstandsvorsitzende des Klinikums hatte auch Gutes zu berichten, denn das Krankenhaus sei Teil des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen, in dem neben Augsburg auch die Uniklinika in Würzburg, Erlangen und Regensburg vernetzt sind sowie im Bayerischen Zentrum für Krebsforschung, in dem sich alle sechs bayerischen Universitätsklinika zusammengeschlossen haben. „Tumorerkrankungen sind jetzt bereits einer unserer wesentlichen Schwerpunkte", so Beyer.

Ein weiteres wichtiges Thema für die Zukunft der Medizin sei die Digitalisierung, die am Universitätsklinikum weit fortgeschritten sei. Auf Knopfdruck bekämen die Kollegen Laborwerte, Bildgebung, Untersuchungsbefunde. Durch eine Medikamenten-App sei außerdem eine viel größere Arzneimittelsicherheit gegeben. (pm/pb)

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